"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 255
14. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Diese Eröffnungen, fand ich, waren nicht zu verachten. Und ich guckte mir Betsy und Veronika schärfer an, mich fragend, für was ich das, was ich da erfahren hatte, irgendwann gebrauchen könnte.
Angelika erlauschte kaum eine Kleinigkeit davon, was die Kumpels von ihr von wegen Betsy und Veronika bei mir anbrachten, als bräuchte ich genaure Information, wo ich anfragen könnte, wenn ich es mal nötig hätte, meine Ladungen wo reinzuschießen. An meiner Seite lachte Angelika durch die Gegend. Ich küßte Angelika auf die Wangen, den Mund. Durch wenig aufgehalten als die Frage, wie weit ich bei Angelika gehen dürfte.
Menschenskind, aufmerksame Blicke, die bei meinen Veranstaltungen mit Angelika auf mich geworfen wurden.
Gegen halb ein Uhr nachts hatte Angelika dann im Molto keine Lust mehr. Den Wunsch hatte Angelika, heimzumachen.
Ich habe mich bei Angelika erkundigt, ob ich ein Taxi rufen sollte. Das lehnte Angelika ab, sagte mir, daß sie zu Fuß nach Hause wolle. Mit mir an ihrer Seite, einem starken Mann, da müßte sie, Angelika, in der Dunkelheit keine Angst vor bösen Menschen haben.
Danach sind Angelika und ich aus dem Molto raus, und ich mußte draußen vom Molto an das schöne Geld denken, das ich im Molto gelassen hatte. Für mich ein schöner Haufen. Mir in Augenblicken voll zu Asche verbrannt. Bei jedem Pokerspiel hätte ich wenigstens immer eine gewisse Chance gehabt, ein bißchen von dem Betrag zurückzugewinnen.
Das tröstete mich, daß Angelika sich bei unserem Spaziergang heim an mich anlehnte. Gekichert hat Angelika, die reichlich betütelt war, beinahe nervig unablässig. Wegen der kleinsten Kleinigkeit. Ohne größer oder für länger an markante Stellen zu kommen, habe ich Angelika öfters hergetatscht.
In der Nähe von Angelikas Wohnhaus herumstehend, haben Angelika und ich, wir uns das erste Mal richtig geküßt. Ein hübscher Filmkuß.
Da dachte ich, ich wäre jetzt dran, das wäre meine allererste Nacht mit Angelika. Bloß, als das an der Haustür so weit war, daß es zu Angelika hinaufgehen hätte können - war Schicht im Schacht. Zwar hat Angelika weiter fröhlich gekickst, wiederholte jedoch, daß sie morgen ziemlich früh raus müßte und es bereits sehr spät wäre. Zu spät. Sie bräuchte Schlaf. Morgen in der Frühe um acht müßte sie wo hin, wichtige Geschäfte.
Was für wichtige Geschäfte das sein sollten, das wollte Angelika mir nicht rausrücken.
Jedenfalls entdeckte ich mich, alleine vor der verschlossenen Türe ins Wohngebäude hinein dastehend. Wie so ein Paket, bestellt und nicht abgeholt.
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