"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 256
14. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
In einer Tour habe ich blöde auf die im Straßenlampenlicht helle Glasfibertürscheibe draufgeglotzt. Mußte mich beherrschen, nicht mit dem Fuß dagegenzutreten. Bis mir die Tatsache endgültig klar wurde, daß es das für diesesmal war, das mit Angelika. Daß ich das besser nicht bringen sollte, dem zornigen Impuls nachzugeben, bei Angelika in der Wohnung oben Sturm zu läuten.
Einsam mußte ich Richtung des heimatlichen Innenstadtwohnheims latschen. Kam mir dabei unvermittelt besoffener vor wie zu den Momenten, als Angelika sich noch bei mir befand.
Einmal erwischte ich mit der Hüfte eine knapp vor die Hausmauer hingeschobene Mülltonne. Die war mir also am Gehsteig im Weg.
In der Nähe des Wohnheims war mir in der Kulisse endgültig, als ob ich Verfolger hätte.
Klack, klack - hochhackige Frauenschuhe, immer wieder deutlich hinter mir. Wenn ich stehenblieb, war das Geräusch plötzlich weg.
Zwar brannte überall das elektrische Licht von Straßenlampen. Trotzdem waren da Schatten, die huschten.
Mich quälte ein verstörendes Gefühl. Daß ich voranging, um abrupt stehenzubleiben.
Klack und klack - und klack stoppte.
Eifrig schaute ich umher, lauschte. Es war mir, als höre ich Geflüstere.
Nun entschied ich mich dagegen, die letzten Meter meines Weges geradeaus zum Studentenwohnheim zu gehen. Abgebogen bin ich in der nächsten Gasse und geradeaus weitergegangen, wacher, klarer, als ich die Minuten zuvor je war.
Unvermittelt habe ich mich zwei Straßen weiter mit meiner dunklen Kleidung in ein reichlich finsteres Eck verdrückt, gewartet, was wohl am runden Platz hier für meine Augen daherkäme.
Mußte keine ewigen Minuten auf irgendwas warten. Da sehe ich die Umrisse von zwei Gestalten.
Die gehen nicht einfach weiter, wie es jeder mal tun sollte, der nachts irgendwohin unterwegs war, heimzukommen. Wie gegen eine unsichtbare Wand gelaufen, daß die zwei stehengeblieben waren.
Die eine Person, ein ziemlich großgewachsener Mann in einem so grauen Trenchcoat. Nur das Gesicht blieb für mich leider immer umdunkelt, obwohl der Kerl am halben Quadratmeter am Rumtorkeln war.
ER hatte eine weibliche Begleitung. Minirock. Die langen Beine standen auf Frauenschuhen mit hohen Centstück-Hacken.
Es blieb leider auch bei ihr dabei, daß ich nur den unteren Teil ihres Körpers ins bessere Sichtfeld kriegte.
Dann geschah es, daß sich die beiden tatsächlich nach rückwärts zurückzogen, statt voranzugehen. Die Minirockträgerin und der große Kerl im Regenmantel, der auf seinem Stehplatz auf der Stelle torkelte.
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