"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 257
14. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Total, daß das Duo mit der Finsternis verschmolzen war.
Ich wagte kaum zu atmen. Das Herz schlug mir bis zum Hals.
Der Lärmpegel der Stadt geriet mir überdeutlich in den Vordergrund.
Autogehupe. Durchdrehende Räder eines anfahrenden Autos. Eine aufkreischende Frau rechter Hand. Am linken Ohr das fernere Gelächter von Kerlen. Ein Gegenstand, der blechern wo dagegenflog.
Alles war vergänglich. Während sich um mich her nicht das kleinste bißchen was regte. Und mich drückte die Blase.
Es war bald nicht mehr auszuhalten. Bis ich mich rumdrehte.
Gegen die Mauer ließ ich es laufen. Es war mir, das Geräusch wäre irre laut, Mittelpunkt des Universums.
Kein Mensch hatte sich mir genähert.
Ich dachte an Kampf. Kickboxen, der Einsatz von Händen und Füßen; zutreten, -hauen. Gleichgültig, wie übel es mir danach mit meinem Rücken erging.
Einfach nichts, das sich abspielen wollte.
Bis ich es wußte, es mir aufging, daß ich den großen Dreckskerl im Mantel doch kannte.
Plötzlich hatte ich einen Namen für die torkelige Type - Fransen!
Fransens Kahlkopf und Fransens schiefe Visage sehe ich deutlich vor meinem geistigen Auge.
Die auf den hochhackigen Klackklack-Schuhen - Christine Dombrowski!
Sicher Christine - nicht Manuela Dombrowski.
Der ungefähren Körperhöhe nach war die nebenan bei dem Hochgewachsenen Christine Dombrowski.
Christine Dombrowski war immer einen Kopf größer als ihre jüngere Schwester Manuela Dombrowski. Manuela Dombrowski wäre an der Seite von dem Hünen kleiner gewesen.
Mein Schrecken war deswegen nun nicht weniger, bloß weil das 'nur' Christine Dombrowski war. Nicht Manuela, sondern Christine Dombrowski.
Christine Dombrowski, SIE war demnach da. Und Christine Dombrowski hatte jemanden an ihrer Seite - diesen Fransen.
Fransen, mit dem ich ebenfalls schon näher konfrontiert gewesen war. Fransen, dem Manuela Dombrowksi ...
Auf einmal war eine irre, unvernünftige Panik in mir. Ich war nicht in der Lage, den Scheiß abzuschütteln. Von der Mauer, an die ich mich mit dem Rücken anlehnte, habe ich mich abgestoßen. Nicht die allerkleinste Idee mehr, ruhig im Dunklen herumzustehen, abzuwarten, bis die Gegner sich entschieden hätten, an mich heranzukommen, um sich mit mir auseinanderzusetzen. Nichts davon mehr, kriegerisch zweikämpfen zu wollen. Unsoldatisch losgerannt bin ich.
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