"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 267
18. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Irgendwann erwischen SIE mich schon, wenn ich aus dem Wohnheim rausmache.
Bis dahin soll ich mir aber noch die Fingernägel blutig kauen.
Christine Dombrowski, von der ich wußte, daß sie als Nutte arbeitete, stilmäßig bereits für ihre abendliche, nächtliche Betätigung hergerichtet. So, daß ihr das auch jeder jederzeit ansehen konnte.
Christine Dombrowski, zusammen mit jenem Fransen, der der Welt als Penner ankam. Ekelhaft nach Alkoholika und anderem duftend.
Nach Tod, meinte Robbie, der Peiler.
*
Fünfzehnter August, meine Tagebuch-Datei geöffnet.
Der weitere Abend des Freitags. 22:24 Uhr.
Habe den Kochkurs versäumt, fällt mir eben zu denken ein.
Ja, verflucht, hätte ein gutes Abendessen gegeben. Dazu ein, zwei Bier, der eine oder andre Kurze. Oder Gläser guten Weins, Likörs. Je nachdem.
Statt dessen habe ich bei mir auf der Bude eine Chipspackung aufgemacht, die Salz-Chips in schale Käsesoße gedünkt. Wasser aus der Plastikflasche hinterhergespült.
Traue mich im Moment nicht mal, auch nur die Nasenspitze zur Budentüre rauszustecken. Die zwei Rolladen sind heruntergezogen, das elektrische Licht ist ausgeschaltet.
Nur mein Läppie läuft.
Was nicht alles sein muß, hat einer die Hosen gestrichen voll.
Zum Beispiel das, mit Grusel über diesen Fransen zu reflektieren.
Diese Figur mit Namen Fransen ...
Da hab' ich was auf Lager mit dem, diesem Fransen, kann ich hier weiter tippen.
Und zwar war es an der Geiersdorfer Bergstrecke, die Kurve, deren Leitplankenvorrichtung Manuela Dombrowski bei viel zu hoher Fahrgeschwindigkeit in ihrem Tabert-Geländewagen durchschlug, um anschließend den Abflug in den Tod zu machen.
Das heißt, sollte Manuela Dombrowski nicht bloß offiziell tot sein. Was ich nicht beweisen kann. Obwohl ich ein anderweitiges Erleben mit Manuela Dombrowski hatte.
Ich, außerdem mit Unheimlichkeiten geradewegs im Zusammenhang mit Manuela Dombrowski zugange war, Dingen, die meinem geistigen Horizont einfach übersteigen.
Schreien könnte ich, vom Drehstuhl hier aufspringen und laut zu kreischen anfangen ...
Nun, versuche ich ruhig zu werden. Kehre hier in der Datei zurück an die Kurve, aus der Manuela Dobrowski schwerer Geländewagen - Hans-Georg Taberts Eigentum - abgeflogen war ...
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