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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 269

18. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Allerdings blieb dieser markante, kantige, metallene Gehstock, den der andere weiterhin fest mit der Hand umklammerte. Um möglicherweise mit dem Ding zuzuschlagen, hatte er sich erst von seinem Schock, daß es für ihn mit dem Überraschungsmoment bei mir vorbei war, erholt.

Wahrscheinlich, daß er, wäre von ihm erst die nötige Nähe zu mir erreicht worden, den Knauf brutal auf meinen Hinterkopf herabsausen hätte lassen wollen. Einmal. Zwei-, drei-, viermal.

Hätte man mich finden können, wann immer.

Als Toten. Toter als noch etwas. Mit Trümmerschädel jenseits hinuntergerollt, in einer der Pflugrillen der braunen, vom Bauern umgepflügten Erdscharte.

 

Weiß nicht, wie ich angesichts der Gefahr, auf die Idee habe kommen können.

Jedenfalls konnte ich dem nicht widerstehen, mußte seitwärts treten, für Momente die Manuela-Dombrowski-Fotografie ins Auge zu kriegen.

Auf dem gegen den Fuß der Leitplanke gelehnten Foto im rechteckigen Goldrahmen war Bewegung.

Fordernd gestikulierte Manuela Dombrowski, sah ich, als ich mich näher herabbeugte.

Klar ersichtlich, daß Manuela Dombrowski den Wunsch hatte, daß der, der in kleiner Distanz bei mir dran war, endlich losmachen sollte, auf mich zu, mich fertigzumachen.

Bloß, daß der, der mir irgendwie bekannt vorkam, mir sein Gesichtschwarte unter dem gelben Basthutrand verbarg, Höhe Mittelstreifen der Bergstraße verweilte, sich nicht großartig von der Stelle bewegen wollte. Als wäre ihm das nicht länger die allergrößte Freude, daß er anwesend war, jetzt nachdem ich auf ihn aufmerksam geworden bin. Ich dummerweise das mit seiner Gegenwart vor Ort mitkriegen hatte müssen. IHN nun sah, IHN, die jämmerliche Pennermäßigkeit in einem abgetragenen grauen Fleckeregenmantel.

 

Mir kam es vor, als stelle mein Freund sich in Dauerschleife die Frage, wo er hinmachen sollte. Aus der Sonne und aus meinem Blickfeld schnellstmöglichst fortzukommen.

Lange, lange dauerten die Momente zwischen ihm und mir bereits.

Purste Langsamkeit, mit der ich mir den Jägerrucksack von meinem Rücken heruntergleiten ließ. Ich plazierte den Rucksack in Leitplankennähe

Nun war ich noch freier, für den Zweikampf, einen unter zwei Männern.

Immer stärker geriet mein Gegner am Stehplatz ins Torkeln, wahrscheinlich, weil sich bei ihm nach und nach alles, was sich vorhin noch an mordlustigem Konzentrat aufgebaut gehabt hatte, verabschiedete. Ein ziemlich alkoholisierter Jammerzustand, der bei ihm zum Vorschein kam.

 

 

 

 

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