"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 270
19. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Es sah wirklich nicht so aus, als ob ich keine Chance haben könnte. Auch wenn er das Gerät zum mörderischen Zuhauen hatte.
Gezielt einmal am Kinnwinkel. Das reichte bestimmt. Ihn herschlagen zu können. Ganz nach Lust und Laune.
Kein Ringrichter weit und breit, der mich an irgendwas hätte hindern wollen, geriet ich in Form.
Trotzdem mußte es nicht sein, daß ich anfing. Daß ich plötzlich der war, der behördlich als der Böse, Gemeine festgestellt, ermittelt werden konnte. Der Angreifer.
Ich muß sagen, das festhalten: Die Szene zwischen dem und mir, die hatte sich gefressen.
Voll gefressen hatte die sich. Wie eine Rechner-Seite, auf der man im Netz minutenlang festsaß, auf den Bildschirm glotzend.
Nicht absehbar, wann sich irgendeine Kleinigkeit zwischen dem und mir ereignete.
Bis ...
Bis auf der Geiersdorfer Bergstraße Richtung abwärts Frauen meine Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Drei Damen, die Skistöcke in den Händen, Nordic-walking betrieben. Den Berg herauf, daß sie am geteerten Straßenbelag marschierten, laut schnauften.
Als das sportliche Frauentrio mich in Leitplankennähe und den andern am Mittelstreifen der Teerstraße oberhalb erblickte, verhielt es abrupt im Gleichschritt.
Daß Bestimmtes zwischen den sich gegenüberstehenden Männern oberhalb nicht stimmte, das begriffen die drei von der Weiberpartie auf der Stelle. Schwer zu gaffen, daß sie begannen.
Mein Attentäter, derjenige, der leise zu mir hingewollt hatte, mir von hinten seinen eisernen Gehstock drüberzuziehen, beabsichtigte nun, mein scheinbares Abgelenktsein für sich auszunützen.
Nicht allerdings, mich tätlich anzugreifen. Ohne die geringste Ansage zu mir hin warf der sich aus dem Stand herum. Geriet in torkeligen Lauf. Erreichte den grasbewachsenen Anstieg, die Gegend ungefähr, wo er vorhin voller feindseliger, meuchelnder Absichten heruntergekommen war.
Daß er mir so einfach davonkommt, das wollte ich dem nicht erlauben. Mit einem Aufschrei habe ich dem Scheißkerl hinterhergesetzt.
Der Flüchtige hatte zwar einen gewissen Vorsprung, war hinaufmachend aber so was von saft- und kraftlos und deswegen viel zu langsam. Im Nu hatte ich ihn eingeholt, ihn am Hosenbein gepackt, daß er die Grasnarbe küßte.
Der Sonnenhut, der ihm vom kahlen Schädel geflogen war, kullerte an mir vorüber.
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