"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 276
21. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Hat irgendein Bettelbruder einen derartigen Gehstock bei sich, könnte er einem möglichen Betrachter irgendwann als nicht so ärmlich, verarmt vorkommen.
Möglicherweise würde ich es mir überlegen, bei der Betrachtung dieses Stücks Eisens, der Pennertype. die mit dem Ding am Gehsteig rumsitzt, die kleinste Münze hinzuschmeißen. Schließlich erlaubt es sich der Mann, etwas derartig Exzentrisches wie diesen Metallspazierstock zu besitzen und ihn für die Öffentlichkeit herzuzeigen.
Man könnte überdies meinen, sieht man sich die plastische Verfertigung der Knauffratze genauer an, der könnte mit mancherlei im Bunde sein, der bettelnde Mensch ...
Mann, das stinkt mir jetzt. Das stinkt mir jetzt gewaltig. Ganz gewaltig.
Nämlich das, daß ich diesen Fransen - ich hatte den ja an der Geiersdorfer Bergstraße am steilen Grünhang hinauf niedergeworfen, unter mir drunter und bestens im Griff; praktisch für alles -, darauf verzichtet habe, Fransen ein paar satt mittenrein in die schiefe Visage zu verpassen.
Nur, Fransen, der ist mir da eigentlich unwichtig vorgekommen. Nichts als eine feige Ratte. Einer, der Leute angeht, wenn sie mit dem Rücken zu ihm stehen. Hinterrücks, aus dem Hinterhalt greift der dich an.
Erbärmlich.
Hat er das Pech, daß du ihn bemerkst, geht für ihn die Welt unter.
Ist Fransen schließlich bei mir passiert.
Daß dieser Fransen mir weiterhin ankommen könnte, daß Fransen außerdem hier in meiner Universitätsstadt eingetrifft, darauf wäre ich nie gekommen. Für keinen Gedanken. Dazu fehlte mir der rechte Bezug.
War der Meinung, alles mit Fransen, das wäre im Grunde normal gewesen. Fransen, der war vielleicht im oder am Tabert-Wohnhaus. Von dort, daß er mir hinterhergeschickt wurde.
Fransen, der Handlanger. Ein ständig verfügbarer Laufbursche Hans-Georg Taberts. Eine sabbernde, versoffene Gestalt, die machte, was einer der Taberts ihr ansagte.
Unter anderem das, mir hinterherzukommen. Vielleicht bloß, um mir, weil ich mich ganz offen an der Straße vorm Tabert-Bauernhof länger komisch aufgeführt hatte, weiterhin zuzuschauen und mir, ergibt sich dafür die Gelegenheit, eine kleinere Abreibung zu verpassen. Damit ich Bescheid wüßte und mich nie wieder vor Ort blicken lasse. Oder so.
Hätte das Fransen geklappt, keiner von den Tabert-Leuten wäre Fransen böse deswegen. Vielmehr, daß Fransen eine Belohnung bekommen hätte.
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