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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 277

21. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Fransen andererseits, auch keiner, übertrieben von Bedeutung.

Daß er irgendeinem der Tabert-Leute abging, sollte er, Fransen, mal kein Glück bei einer seiner Unternehmungen haben, keine Rede.

Hundertprozentig keinem der Brüder, keiner der Schwestern - wer immer aus der Tabert-Verwandtschaft bei Hans-Georg Tabert im Moment das große Befehlen hatte -, niemandem von denen, daß Fransen das kleinste bißchen fehlen würde, kam Fransen mal von irgendwo nicht wieder. Oder hockte auf unbestimmte Zeit in einer Gefängniszelle herum.

In der Art schätzte ich das ein.

 

 

Das waren ganz kühle, abstrakte Gedanken, die ich dort nahe der Geiersdorfer Bergstraße - an der Abflugskurve in den eigentlich sicheren Tod für Manuela Dombrowski - hatte. Den ganzen Rest des Obskuren, Wahnsinnigen, das meine Sinne wahrzunehmen glaubten, mal ganz außen vor lassend.

Zum Beispiel das mit der Szene auf dem Foto. Manuela Dombrowski, die Bestandteil eines Fotos war, eines Fotos, auf dem die ganze Szenerie mir in Bewegung geriet. Wie ein Film, der am Fernsehgerät Standbild hatte, dann jedoch paßte das mit dem Fernsehempfang wieder, daß die Bilder von neuem zu laufen anfingen.

Das, was ich auf der Fotografie wahrgenommen hatte, war, wie Manuela Dombrowski eine hölzerne Torkoppel heruntersteigt. Dann am Schluß das, daß Manuela Dombrowski an mir, dem Zuschauer, den sie, Manuela Dombrowski, wahrnahm, vorbei nach hinten winkt. Jemanden dort aufforderte, doch endlich etwas loszumachen hier.

 

Und dann - als mich das gekickte Kieselsteinchen in die Realität zurückgebracht hatte, ich mich dem körperlich zuwende, was da in meinem Rücken sein könnte, sehe ich, daß sich da dieser Fransen bei mir in der Straßenlandschaft aufhielt. Eine Gestalt, mit einem hocherhobenen Spazierstock aus Metall. Nicht mehr weit, dann wäre Fransen bei mir angekommen gewesen, mir den Gehstock über den Schädel drüberzuziehen.

 

 

*

 

Neunzehnter August, meine Tagebuch-Datei geöffnet.

Montag, nach Mitternacht. 00:13 Uhr.

 

 

Ich will festhalten: Mir fehlt seit meinem letzten Eintrag hier in der Datei jede Erinnerung.

 

Seit zwei Stunden hocke ich herum, zermartere mir den Schädel, was ich den ganzen Sonntag über eigentlich gemacht habe.

 

Sieht nicht so aus, als ob ich ausschließlich hier auf der Bude gewesen wäre.

 

 

Will sagen, fange mal damit an, das festzuhalten:

 

Ich war unter der Dusche.

 

 

 

 

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