"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 284
23. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Die Qual, die mir von meiner unteren Rückenpartie her mitspielte, nur schwer erträglich. In dem Elendszustand bin ich zu meinem Rucksack, habe ihn vom Boden aufgehoben, ihn mir über den Rücken geworfen. Mit lautem Gejammer bin ich über die Leitplanke drübergestiegen.
Hinunter und fort bin ich. Wo Manuela Dombrowskis Tabert-Geländewagen runter ist, in die Richtung bin ich auf trockener, staubender Erde hinuntergerutscht. Habe die Reihen der Tannenbaumschößlinge erreicht, obwohl der hellste Schmerz mir im Kreuz orgelte. Frage: Warum ertrug ich das und war nicht lange bewegungsunfähig?
Hinterrücks von mir vernehme ich tatsächlich eine bedeutsam klingende Frauenstimme, die mich aufforderte, ich sollte stehenbleiben, sofort.
Das ist mir aber in keinster Weise eingefallen, dem Befehlston Folge zu leisten. Nicht solange ich fähig war, auf meinen zwei Beinen zu bleiben.
Nirgends habe ich mich länger aufgehalten. Auch nicht beim dicken, alten Tannenbaum, gegen den Manuela Dombrowskis Tabert-Geländewagen gegengeknallt war.
Nur einen Augenblick habe ich gestoppt, während dem ich feststellte, daß ich im Schritt eine ziemlich triefende Hose hatte. Und hinten schien auch einiges voll zu sein.
Irgendwann im Verlauf meines Kurvenabenteuers habe ich mir so richtig in die Hosen gemacht. Ohne allzu viel davon bewußt mitzukriegen.
Und das war nicht gut, das mit dem angefeuchteten, in der Hitze des Sommerspätnachmittags riechenden Beinkleid. Denn ich mußte wieder unter Leuten eintreffen. Der Taxifahrer, den ich mit meinem Phönchen herbeigerufen habe, hatte ein gutes Näschen. Der Mann stänkerte mich an bei der Fahrt an. Einen Penner, das nannte der Fahrer eines Taxiunternehmens mich; wohl der letzte Penner, der da zu ihm in den Wagen eingestiegen wäre.
Als der mit seinem Taxi abrupt bremste, an den Straßenrand lenkte, habe ich Geldscheine vorgezeigt, gemeint, ich könnte zahlen.
Geholfen hat mir das nichts. Aus dem Fahrzeug ist er ausgestiegen, hat mir die Fondtüre auf meiner Seite zum Straßengraben hin aufgerissen, mich zum Aussteigen aufgefordert. Steige ich nicht aus, daß er mich herausholen würde.
Kilometer waren es, die ich mit meinem Rucksack hinten am Rücken dahinspazierte. In dem Dorf, in dem ich am Schluß eintraf - Namen habe ich gerade vergessen -, habe ich mir in einem Modegeschäft eine Turnhose und Unterwäsche gekauft. Im nahen Supermarkt ein Fläschchen billigen Parfüms, eine Packung Trockentücher. In einem unvermittelt entdeckten Schnellimbiß habe ich mich am WC gesäubert, umgezogen und mich mit dem Parfüm eingestäubt. Alles, damit ich bei der weiteren Heimreise von Leuten mit empfindlicher Nase verschont bliebe.
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