"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 292
26. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Bei Frau Doktor Hella dürfen die Meinhardt-Sanatorium-Patienten für die Sitzungen mit den eigenen Autos oder in einem Taxi vorfahren. Zu Fuß bei Frau Doktor Hella in den Praxisräumlichkeiten eintreffen. Pünktlichkeit immer Voraussetzung. Frau Doktor Hella wird komisch, sobald man ihr mit Unpünktlichkeit daherkommt.
Will ich nun die Ereignisse von damals - jener Nacht von Sonntag auf Montag, achtzehnter auf neunzehnten August - hier in meiner Tagebuch-Datei aufzuarbeiten beginnen ...
Die updates. Fange ich mal der Reihe nach mit ihnen an ...
Was war das, das sich abgespielt hatte, daß ich am Schluß sogar im Meinhardt-Sanatorium gelandet bin?
Jene Montagnacht im August ...
Ein kleines Weilchen, daß ich, mein Läppie zugeklappt, im Dunklen auf meiner Wohnheimbude herumgehockt bin. Immer der Versuch, mich daran zu erinnern, was ich den gesamten Sonntag - den Rest der Sonntagnacht und tagsüber am Vormittag, Nachmittag und des Abends bis zweiundzwanzig Uhr rum - getrieben hätte. Quasi war ich mir erst wieder bewußt, als ich mit dem Duschen fertig war, aus der Duschkabine raus bin.
Was von jenem Sonntag ist gesichert?
Drei Kurznachrichten hatte ich an Angelika geschrieben. Bei Angelika habe ich angerufen, insgesamt elfmal. Darüberhinaus hatte ich am Körper jede Menge Hinterlassenschaften, daß außerdem irgendwann irgendwas mit mir los war. Kleinigkeiten hatten sich mit mir ereignet, daß ein ich ein blaues Auge, blaue, grüne Flecke am Bauch, um die Hüften davongetragen hatte, Abschürfungen, Kratzer am Oberarm und hinten an der rechten Schulter. Überdies eine lange Wunde an der Linken, als hätte mich da ein Messer geritzt.
Ums Verrecken war jedoch auf nichts zu kommen. Der Muskel hat zugemacht, und der Muskel blieb für den Sportler zu. Um es in der Weise zu umschreiben.
Plötzlich bin ich vom Drehstuhl aufgehüpft. Das elektrische Licht habe ich in der Bude wieder angemacht.
Auf und ab habe ich die Weite der Räumlichkeit diagonal abzulaufen angefangen.
Ein nicht geringes Maß an Zorn, das sich in mir aufgebaut hatte. Erstens: keine Erinnerung an nichts. Und da war diese Bedrohung mit Namen Fransen.
Um Fransen kreisten meine Gedanken am Schluß.
Daran erinnerte ich mich in Wiederholung, daß ich diesen Fransen bereits einmal nahe bei der Geiersdorfer Bergstraße unter mir am Erdboden drunten hatte. Dort war der Eindruck, den er, Fransen, auf mich machte, ein hundsmiserabler. Herschlagen hätte ich Fransen können, bis mir beide Fäuste kaputtgegangen wären.
292
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte