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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 312

2. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Daß ich einen Schock erlitten habe, mir danach Erinnerungsvermögen fehlt, auch nicht zum erstenmal.

Was ich gesucht haben, weswegen mir eingefallen sein könnte, mich nachts in den Stadtschluchten herumzutreiben?

Die Frage kann ich mir ohne genaue Erinnerungen jedoch auch beantworten. 

Die letzten Tage wollte ich nur zu gerne wissen, wo Christine Dombrowski und dieser Fransen abgeblieben waren. Und - hätte ich Christine Dombrowksi getroffen, hätte Christine Dombrowski mir vielleicht Dinge hinsichtlich ihrer jüngeren Schwester Manuela erzählen können.

Weil - in mir ist eine Sehnsucht. Ein schreckliches Verlangen. Nach Manuela.

Besonders, wenn es dunkel wird, ist es schwer für mich, nicht an Manuela zu denken.

Wie gerne ich bei ihr wäre, Manuela. Manuela im Arm hätte. Die Vorstellung, wie Manuela mich küßt, küßt, küßt.

Um es deutlicher zu schreiben, dieses Drängen ist so heftig, daß ich beinahe täglich überlege, zu meinen Eltern hinunterzufahren. Mich unten in der Stadt vor das Grab Manuela Dombrowskis auf dem Gnaden-Friedhof zu begeben.

Nur - was will ich an Manuelas Grab? Etwa Manuela Dombrowski ausbuddeln?

Oder warum soll ich wieder zu der Bergstraßenkurve marschieren, aus der Manuela Dombrowski in den Tod abgefahren ist? Als wäre es die Möglichkeit, daß Manuela Dombrowski da irgendwo in der Umgebung sein, ich sie dort wiedertreffen könnte?

 

Diese Einfälle wirbeln hinter meiner Schädeldecke.

Das erklärt mir aber, weshalb ich letzte Nacht aus Angelikas Wohnung ausmarschiert bin.

Ich nehme die Ketten weg, sperre die Wohnungstüre auf, mache die Stiegen hinunter, begebe mich aus dem Gebäude hinaus, auf die Straßen der nächtlichen Großstadt ...

Um irgendwo eine Begegnung zu haben.

Einhundertprozentig mit diesem Scheiß-Fransen.

Zwischen mir und diesem Fransen spielt sich in der Folge eine Szene ab, daß ich mich beim Tippen dieser Worte wundere, wie ich sie überhaupt so heil und gesund überstanden habe. Denn: Den eisernen Spazierstock Fransens bringe ich in meinen Besitz.

Der metallene Stock ist der Beweis, daß sich Kleinigkeiten abgespielt haben.

Freiwillig gibt Fransen MIR den nicht, verhilft mir zu einer Trophäe. 

 

 

 

 

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