"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 314
2. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Das, daß Fransen lebt. Demnach habe ich Fransen nicht umgebracht. Mein Glück.
Sonst wäre ich noch länger im Meinhardt-Sanatorium geblieben. In das Frau Hella mich einliefern hatte lassen. Am Donnerstag, dem sechsundzwanzigsten September.
Mal die Geschichte der Reihe nach, eins nach dem anderen, deutlicher ...
An dem besagten Donnerstag, dem sechsundzwanzigsten September, habe ich gegen halb acht Uhr in der Frühe gegen Angelikas Arbeitszimmertüre geklopft.
Weil ich mit dem Anklopfen nicht aufhören wollte, hat Angelika mir schließlich wieder aufgemacht. Angenervt von mir.
Ganz außer mir war ich in Angelikas Gegenwart, ganz anders als noch eine Stunde vorher, als Angelika und ich gemeinsam gefrühstückt hatten. Zusammengebrochen bin ich. Die Tränen sind mir nur so die Wangen hinuntergelaufen; ich war ein zittriges Häufchen Elend.
Mit tränenerstickter Stimme rede ich Angelika gegenüber davon, daß ich die vorletzte Nacht vielleicht jemanden umgebracht habe. Einen Penner mit Namen Fransen. Als Beweis präsentiere ich Angelika Fransens eisernen Spazierstock; der Metallstock, der gehöre dem Mann, Fransen.
Ich mache das Angelika plausibel, daß Fransen mir den Spazierstock sicherlich nicht freiwillig gegeben haben konnte. Es mußte vielmehr irgendwas passiert sein. Etwas, daß ich die Befürchtung hätte, ich könnte diesen Fransen, den ich von meiner Heimatstadt her kenne, der mir vor ein paar Wochen im August zufällig vor meinem Studentenwohnheim gemeinsam mit Christine Dombrowski - jener Christine Dombrowski - vor die Füße gelaufen war, etwas angetan haben. Sogar umgebracht könnte ich ihn möglicherweise haben, diesen Fransen.
Angelika wußte nicht, was sie mit mir anstellen sollte, hat jetzt bei Frau Doktor Hella angerufen, Frau Doktor Hella meinte, daß wir einen Termin bei ihr in den Praxisräumen hätten, sofort. Unmittelbar nach dem Telefonat Angelikas sind Angelika und ich gemeinsam im Taxi zu Frau Doktor Hella in die Praxisräume gefahren.
Frau Doktor Hella hat sich angehört, was ich zu erzählen hatte. Meinem Wunsch hat Frau Doktor Hella entsprochen, sich mit Meinhardt-Sanatorium in Verbindung gesetzt. In einem Meinhardt-Sanatorium-Transporter bin ich eine Viertelstunde drauf ins Meinhardt-Sanatorium nach kurzer Verabschiedung von Angelika gefahren worden.
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