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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 328

7. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Auf zittrigen Beinen habe ich mich von der Stuhlsitzfläche hochgeschafft. Auf der Anzeige meiner Digitalarmbanduhr am Schreibtisch war es halb fünf Uhr vorbei.

Nochmaliges Anklopfen. Ungeduldig. Bald sollte ich aufmachen. Oder ...

Durch das Guckloch schaute ich, sah draußen am Gang nur düster.

Es wird angeklopft.

Zu meinem Phönchen zu machen, die Polizei zu rufen, das hatte ich im Kopf. Oder: Denjenigen draußen bei mir an die Tür klopfen zu lassen, bis sich jemand wegen nächtlicher Ruhestörung erregte.

Leises Anklopfen. Vertraut.

Jetzt konnte ich plötzlich irgendwie nicht mehr anders. Die Türkette habe ich weggenommen, den Schlüssel im Türschloß gedreht, die Klinke heruntergedrückt - es war offen. Die Tür schwang nach innen.

Mit großen Augen starrte ich auf diejenige Person, die mir auf der Türschwelle stand.

Zwei, drei Schritte trat ich zurück, angesichts von derjenigen, die es zu mir hereindrängte.

Christine Dombrowski!

Da war Christine Dombrowski. Christine Dombrowski, grußlos, ohne jede Freundlichkeit.

Meine Budentüre, die Christine Dombrowski hinter sich zumachte. Christine Dombrowski, die ältere der Dombrowski-Schwestern.

Christine Dombrowski war bei mir drinnen.

Christine Dombrowski mit platinblondem, von viel Sprayarbeit aufgebauschtem langem Haupthaar.

Ins Gesicht grinste Christine Dombrowski mir mit ihrem überschminkten Gesicht boshaft. Sich sichtlich an dem Moment, das sie bei mir verursachte, weidend.

Eine blaue Jeansjacke hatte Christine Dombrowski an, darunter ein weißes Bauschehemd, das trotzdem zum Ausdruck brachte, daß Christine Dombrowski Brüste hatte. Einen schwarzen Kunstlederminirock mit Schlitz vorne trug Christine Dombrowski, der Christine Dombrowski bis Mitte der weißhäutigen Oberschenkel herabreichte.

Mit der Hand hielt Christine Dombrowski eine braune Handtasche, zweimal handgroß, dergestalt am Griff, daß es für mich aussah, es bräuchte nicht viel, Christine Dombrowski würde mit der Tasche nach mir schlagen.

 

Die Präsentation einer Bordsteinschwalbe, Christine Dombrowski. Daß ich ganz klar wußte, wo Christine Dombrowski gerade verschärft herkam: vom Spreize-Betrieb am übernächsten Straßenstrich.

 

 

 

 

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