"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 331
8. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Ich schrillte: 'Nein!'
Christine Dombrowski: 'Was denn, Bernd? Das ist doch nur 'n Foto ...'
Ich, entschlossen auf der Wiederholungsspur, obwohl ich mir in die Hosen machen wollte: 'Nein! Nein!'
Christine Dombrowski: 'Ein einziges Foto ist das, Bernd. Gib mir das Foto, kriegst du dafür andre von mir. Sogar haufenweise welche. Aber - das da, das möchte ich von dir wiederhaben. Es hat Bedeutung für mich. Mutti hätte dir das nicht geben dürfen. War nur für Mutti, eins für Mutti. Hab' ich auch zu Mutti gesagt, daß es nur für sie wäre, für keinen andren. Aber Mutti hört nicht, Mutti gibt's sogar her. Komm schon, Bernd, wo ist das Problem? Gib's mir einfach wieder - dann bin ich schon wieder weg. Kannst alle andren dafür haben, die ich mit dabei habe, ja ...?'
Aus dem Stand habe ich, auch für mich einigermaßen überraschend, den Schritt zum Niedertisch gemacht, mir die Fotografie Manuela Dombrowskis mit den Kupferhaaren gegriffen. Ehe Christine Dombrowski auf den Einfall kam, sich das Farbfoto für sich zu fischen.
Christine Dombrowski: 'Gut denn, Bernd! Du gibst mir das Foto, ja? Hab' ich das Foto, bin ich sofort hier bei dir wieder raus ...'
Ich: 'Hm, Christine! Was denn los mit dem Bild, daß du es wiederhaben willst? Erzähl mir was, was damit ist. Ich seh' nur, daß Manuela auf dem Bild kupferrote Haare hat. Vom einundzwanzigsten Juli irgendwann ... Heuer? Der einundzwanzigste Juli, der einundzwanzigste Juli - dieses Jahres, Christine ...? Oder des nächsten?'
Höre einen Schlüssel an der Wohnungstür.
Wenn der Schlüssel viermal im Schloß umgedreht wird, fliegen die vorgehängten Sicherheitsketten alle runter.
Angelika?
Angelika ist unvermittelt nach Hause gekommen.
Angelika ruft nach mir ...
*
Vierter November, foxy.jpg. offen.
Montag am Abend. 20:16 Uhr.
Heute nachmittag gegen drei hat Angelika ihre Schmuckschatulle aufgemacht, nachgeschaut, ob da noch alles an Bord ist.
War zufällig am Gang draußen, habe mich im Stand vorgebeugt, Angelika von der Tür aus im Schlafzimmer beobachtet. Wie Angelika so an ihrem großen Schminktisch mit Spiegel hockte.
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