"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 332
8. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Herabgebeugt hat Angelika sich, das unterste Hochfach aufgeklappt. Ihre schwarze Schmuckschatulle zu sich auf den Schoß heraufgeholt, aufgemacht.
Hat alle ihre wertvollen Schmuckstückkleinigkeiten ganz genau durchgesehen, Angelika. Imaginiert, ob ihr irgendwas abgehen könnte. Ein, zwei, drei Stücker.
Eine konzertierte Aktion Angelikas, nicht fehl zu interpretieren.
Mißtrauen, mir, ihrem Geliebten und dem gegenüber, den zu heiraten sie die Absicht gehabt hätte, Angelika ins Herz gepflanzt.
Ein Drang, unwiderstehlich: Angelika mußte das tun.
Das, das kommt noch dazu: Die von der Familienspitze halten mich voll für blöde.
Daß mir das einfallen könnte, mich an den Preziosen Angelikas vergreifen zu müssen. Daß drinnen offensichtlich was fehlen könnte, wenn Angelika überraschend mal alle Fächer durchsieht.
Hey-ho!
Na ja, alle Möglichkeiten müssen in Betracht gezogen werden. Immer.
Jetzt, momentan, ist Angelika nicht in Angelikas Wohnung.
Angelika ist zu Betsy. Betsy, eine beste Freundin, die viel Trost braucht.
Betsys Freund - Karlie der Broker - ist Betsy abgehauen. Verlassen hat Karlie-Broker Betsy. Nachdem es einen ziemlichen Streit zwischen Betsy und ihm gegeben hatte.
Geschlagen hat Karlie-Broker Betsy noch, Betsy zu Boden geschubst, ehe Karlie der Broker aus der Betsy-Wohnung ausmarschiert ist.
He, ich wollte mitkommen, mit Angelika. Angelika begleiten. War schon auf dem Weg, mich umzuziehen.
Aber Angelika hat gemeint, daß das, was Betsy mit Karlie-Broker passiert ist, das sei wohl eher was für trostspendende Gespräche unter Frauen. Daß Betsy sicher nichts von mir, einem Kerl, hören würde wollen, und seien es die schönsten, tröstensten Worte.
Das war nur zu verständlich.
Habe ich zu Angelika hin die Schulter gezuckt. Was soll's?
Darf ich nicht mit, kann ich gut für ein Weilchen alleine daheimbleiben. Daß ich das ohne weiteres kann, hatte ich die letzten Tage knapp bewiesen. Sorgen um mich mußte sich keiner machen.
Außerdem hätte ich ja noch die Telefonnummer Frau Doktor Hellas. Jederzeit könnte ich mir ein Taxi rufen, mich zu Frau Doktor Hella bringen zu lassen. Kein Problem.
Ohne mich und sorgenfrei ist Angelika zur von Karlie-Broker niedergehauenen, dauerflennenden Betsy abgedüst.
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