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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 349

15. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Mich läppisch auf das Bett zu binden, das reichte für mich und meine Kraft bei weitem nicht. Ich kreischte, bellte, bäumte mich auf, drohte, jede Sekunde die Fesseln zu zerreissen.

Daraufhin verpaßte man mir mit der Spritze eine erhöhte Dosis Beruhigungsmittel, eine, die mich ins Reich der Träume schicken mußte. Lebensgefahr bei mir, egal.

 

Das nächste, was ich bewußt weiß, ist, daß ich im sanften gelben Licht einer bettlosen, gepolsterten, kameraüberwachten Zelle mit Plumpsklo und einer Klopapierrolle zu mir gekommen bin.

Ich war im Meinhardt-Sanatorium.

Ins Meinhardt-Sanatorium hatte Angelika mich nach einer ausgiebigen Unterhaltung mit Polizeibeamten und der Leitung des Stadtkrankenhauses verbringen lassen.

Die Kosten für das private Meinhardt-Sanatorium trug Angelika alleine. Überwies am darauffolgenden Morgen sofort die Rechnung für meinen Transport, einen Wochenaufenthalt im Meinhardt-Sanatorium.

 

 

Ich erinnere mich wie gestern der Szenen mit Marlene. Sehe alles deutlich vor meinem geistigen Auge.

Bin mir damit eigentlich aber selber fremd.

Anders läßt sich das nicht ausdrücken.

Im Meinhardt-Sanatorium führte ich mich kein einzigesmal so auf wie in dem städtischen Klinikum. Nichts von einer größeren Angriffslust gegen irgendwen. Oder eines tollwütigen Beißzwanges.

Wie ich dazu gekommen war, Marlene, die Krankenschwester, nicht nur anzugreifen, sie auch noch über dem Kehlkopf in den Hals zu beißen, vollkommen unverständlich ist mir das. Über mich kann ich nur den Kopf schütteln.

 

 

Mein Verhalten im Meinhardt-Sanatorium demnach normal zu nennen.

Was jedoch nicht heißt, daß daß ich normale Dinge geredet hätte. Habe ich nicht. Ständig habe ich die Vampir-Geschichte mit Christine Dombrowski wiederholt.

Die mit der Untoten - Manuela Dombrowski. Manuela Dombrowski, meiner Freundin aus Teenagertagen, die mir begegnet war, obwohl sie eigentlich zu dem Zeitpunkt Monate verstorben war.

 

Mein Durchknallen gegenüber Marlene, der Krankenschwester im Klinikum, erklärten die Neurologen im Meinhardt-Sanatorium Angelika gegenüber mit einem neuen kurzen Virusschub. Daß dieser mich aggressiv gemacht hatte, als wäre bei einem Tier trotz der Impfung dagegen kurz die Tollwut ausgebrochen. Das konnte bekanntlich bei geimpften Tieren trotzdem vorkommen.

 

Wobei bei mir keine Rede sein konnte, daß ich gegen jenen Virusstamm geimpft wäre, der in meinem Körper zu entdecken gewesen war.

 

 

 

 

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