"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 359
19. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Gestern nachmittag haben Bekannte, Freunde Angelikas - wer, das hat Angelika mir nicht sagen wollen; deshalb kann ich mir trotzdem einiges denken - Angelika im Café Lenz blöde auf mich hin angesprochen. Daß Angelika dann zornig aus dem Café Lenz hinausgelaufen ist. Jetzt befürchtet Angelika, daß die Geschichte im Molto noch schlimmer werden könnte. Noch dazu, wenn ich mit bei Angelika dabei war.
Ich, ich persönlich, ich würde es wirklich drauf ankommen lassen.
Leider hat Angelika da etwas dagegen.
Angelika sieht das nicht als Gewinn, weder für sie noch für mich, könnte ich mich nicht zusammenreißen, würde böse Worte von mir geben, sogar schlägern ...
Ah, zwischen Angelika und mir herrscht einiges an dicker Luft. Eine Spannung, daß es ausbrechen könnte.
In ihr Arbeitszimmer hat Angelika sich verzogen, sich drinnen eingesperrt.
Mich, mich möchte Angelika heute nicht mehr sehen. Ich sollte es mir ja nicht einfallen lassen, bei ihr an der Türe zu klopfen, für was auch immer. Alles könnte ich vergessen. Total vergessen.
Sage ich zu Angelika, sie könnte doch auch ohne mich ausgehen. Auch wenn sie, Angelika, ihren Freundinnen abgesagt hätte, würde sich wohl keine größer was denken, wenn Angelika trotzdem im Molto auftauche.
Erwidert Angelika, daß die Dinge nicht so einfach lägen, wie ich sie mir dächte. Nur mit mir zusammen ginge sie, Angelika, irgendwohin. Bloß nicht mehr heute abend. Heute abend hätte sie auf nichts mehr die allergeringste Lust. Vielleicht morgen am Abend; dann würde man sehen.
Ich möchte es mir ja nicht einfallen lassen, wenn Frau Doktor Hella anruft, nicht an mein Phon ranzugehen. Würde ich mir das erlauben, würde ich heute noch ins Meinhardt-Sanatorium gefahren. Darauf könnte ich mich verlassen. Einhundertprozentig.
Hin und her überlegt habe ich die letzten Minuten, wie ich Angelika am besten verlassen könnte.
Überhaupt nicht so einfach für mich, von Angelika wegzukommen.
Das kann ich drehen und wenden, wie ich das möchte: Angelika hat sich bei mir festgefressen. Alles Angelika.
Mein Bankkonto ist leer. Die letzten Moneten habe ich letztens beim online-Poker verloren.
Zweieinhalbtausend war das Eintrittsgeld. Mein letztes eigenes Geld, das damit von mir verbrannt wurde.
Verstehe das überhaupt nicht, wie ich das machen habe können, mit zwei Zehnen weiter zu setzen. Wenn ich nur passen hätte müssen. Der, der der Sieger war, hatte zwei lockere Könige.
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