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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 368

22. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Im Schuhladen.

Das Schuhgeschäft Schuhladen. Der Schuhladen, profan der Name, aber gewiß nicht das billigste Geschäft, sich drinnen ein Paar Schuhe zu kaufen.

Die verschiedensten Schuhpaare, die Angelika im Schuhladen anprobierte. Kein Paar in einer Preisklasse unter zweitausend Eier.

Drei Paar Schuhe, die Angelika an dem Nachmittag nach Hause brachte. Für die Angelika mit ihrer Karte bezahlte, dreizehn Riesen, erinnere ich mich recht.

Dort drinnen, im Schuhladen, haben Angelika und Manu erstmals ein paar Worte miteinander gewechselt. Weil der Inhalt eines Schuhkartons, den Manu in den Händen hatte, Angelika vor die Füße geflogen war. Einfach zu ungeschickt, Manu.

 

Ab da waren Angelika und Manu miteinander bekannt. Alle paar Tage haben Angelika und jene Manu sich irgendwo wie zufällig getroffen.

Auf der Straße. Im Linienbus. Beim Einkaufen im Supermarkt ist Manu Angelika ohne Einkaufswagen vor die Füße gelaufen. Wie der Zufall so spielte, kam Manu in die Poststelle, in der Angelika anstand, sich Sonderbriefmarken zu kaufen.

Jedesmal grüßten Angelika und Manu sich. Dann redete man schließlich Worte miteinander. Über das Wetter. Die wechselnden Sonnenbrillen Manus, Manu, die ein Faible für schicke Ziersonnenbrillen hatte. Wie es einem so ginge, mit dem Freund, dem Ehemann. Nein, Manu war nicht verheiratet. Manu war verlobt. Sorgen hätte Manu wegen ihres Verlobten, der wegen seiner Geschäfte in ziemliche Turbulenzen geraten war; sogar die Pleite drohte ihm.

Im Stadtbus ist Manu eines Morgens gesessen, in dem Angelika zur Uni reiste. Hat Angelika Manu gefragt, ob Manu auch studiere. Das hat Manu verneint. Sie würde die Fahrt ausschließlich zum Spaß machen; spazierenfahren. Auch, um sich zu beruhigen. Gegen zehn hätte sie, Manu, ein Bewerbungsgespräch; bis dahin müßte sie sich die Zeit vertreiben.

 

Hatte vernünftigen Klang. Was sollte ich mir Großartiges dabei denken?

Wenn Angelika von dieser Manu redete, habe ich Angelika oft außerdem nur mit halbem Ohr zugehört.

Das Beste an dieser Manu fand ich den Tick mit ihren Sonnenbrillen. Immer wechselnde Sonnenbrillen. Ansonsten ist mir angesichts dieser Manu nicht viel Verbotenes in mein Bewußtsein gedrungen. In keinster Weise.

Zufälle gibt es eben immer. Und sobald man erst miteinander bekannt war, sich irgendwo von der Masse abgehoben entdecken konnte, ließ es sich nicht verleugnen, daß man schon unfreundlich werden mußte, oder es ging auch größer los.

 

 

 

 

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