"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 369
22. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Wie die Dinge einem so mitspielten, hatte man unvermittelt neue Bekannte, welche, die dauernd rübermachten ...
Montag zur Abendvorstellung waren Angelika und ich im neu renovierten Loewen-Theater.
Von Schiller Die Räuber wurde gegeben. In einer neuen, modernen, jugendlich-frischen Fassung, wie es in dem Geleitheftchen geschrieben stand. Mitten unter dem Publikum, daß unter anderem gespielt wurde. Szenenbild: die Gegenwart.
Wäre Angelika und mir eigentlich alles egal gewesen, denn Angelika und ich, wir hatten die Eintrittskarten geschenkt bekommen. Trotzdem hatten Angelika und ich dann Lust, hinzugehen.
Im Loewen-Theater geht man Stiegen in den Keller hinunter, muß man für kleine Jungs und Mädels. Ich habe das denn gemußt. Nachdem ich die Stufen alle wieder zurück hinaufgemacht hatte, habe ich mich nach Angelika umgeschaut. Angelika war nicht am gleichen Ort stehengeblieben, wo ich sie verlassen hatte. Nirgends für mich zu blicken, Angelika. Mußte mich aufmachen, nach Angelika herumzusuchen.
Schließlich habe ich Angelika bei meiner Suche hinter einer dicken Sandsteinsäule wiederentdeckt. Und jemand war bei Angelika dabei. Eine weibliche Person, mit der Angelika sich angeregt unterhielt. Rückansicht von der hatte ich im Blick, kupferrote, lange Haare, gefärbt.
Irgendwie wollte mir die nicht unbekannt scheinen. Unbestimmt war mir, ich müßte die bei Angelika kennen.
Dieses kupferfarbene Haupthaar - he, woher ...?
Hatte nicht den rechten Durchbruch. Zäh, das mit den Impulsen der grauen Gehirnmasse. Unglaublich, der Schlauch, auf dem man stehen kann. Obwohl alles so klar sein müßte.
Eben beabsichtigte ich, loszumachen, mich lächelnd an die Seite Angelikas, deren Begleiter ich war, zu begeben. In der Sekunde wandte die Unbekannte, die mit Angelika ein wenig seitwärts getreten war, ihr Gesicht in meine Richtung.
Die gesamte Szene überblickte die mit einem Blick ins Rund. Ohne daß ihre Augen bei mir irgendeine Art von Halt gefunden hätten. Bei mir mit meinem Oberlippen- und Ziegenbart, der blonden, wuscheligen Frisur mit dem Haar über die Ohren herab. Was mir ein künstlermäßiges, intellektuelles Aussehen verleiht. Derart, daß ich mir im Spiegel bereits selber öfters fremd vorgekommen bin.
Angelika, die, die mich so will. Und was Angelika wollte, das war an der Stelle die Hauptsache.
Die Anzughose habe ich mir warm hergepinkelt. Obwohl ich vor einem Moment erst am WC drunten war.
Nach rückwärts bin ich getaumelt, mußte mich an die Wand anlehnen.
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