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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 403

4. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Keine Blumen aus dem Gewächshaus eines Blumenladens, sondern ein Strauß gelbe, lila, weiße Wiesenblumen, selbstgepflückt. Löwenzahnblätter umschlossen die Stengel des Vollstraußes, gebunden mit Gerstenstielen.

Den Wiesenblumenstrauß legte Angelika auf das Abdeckdeckchen des schmucken Flurtisches. Danach begab Angelika sich zur Türe zurück, nahm ihren metallenen Bürokoffer am Tragegriff. Mit der Linken hob Angelika etwas Längliches von der Bodenmatte auf.

Ein metallener Gehstock, das sah ich auf der Stelle.

 

In der Küche erzählte Angelika mir aufgeregt, der Strauß Wiesenblumen, der sei von Manu, der seltsame Gehstock ebenfalls.

An der Haltestelle in der Parallelstraße seien Angelika und Manu miteinander ausgestiegen.

Im Bus hatte Angelika Manu bis dahin überhaupt nicht das bißchen gesehen. Muß ganz hinten auf einem Sitz gehockt sein, Manu.

An der Bushaltestelle redeten Angelika nach der Abfahrt des Linienbuses ein paar Allgemeinplätze miteinander. Manu meinte, sie wolle schnell noch jetzt bei einer Freundin vorbeischauen, die die Straße runter wohne. Mit dem Finger zeigte Manu die Richtung. Gestern hätte die Freundin Geburtstag gehabt, und sie, Manu, hätte das vergessen; total verschwitzt.

Plötzlich, daß das mobile Telefon in Manus Handtasche laut Musik zu spielen anfing.

Den Strauß Blumen hat Manu an Angelika weitergereicht. Den Metallstock, den Manu ebenfalls mit dabei hatte, den sollte Angelika kurz halten. Damit Manu beide Hände frei hätte, ihr Telefongerät aus der Handtasche zu holen, den Anruf entgegenzunehmen.

Unvermittelt entfuhr es Manu, die im Handtascheninnern herumkramte, hochschaute, das sei doch Bernd. Da käme Bernd Reil angeschritten. Bernd Reil, mit dem doch sie, Angelika, in einer Wohnung zusammenwohne.

Von den Worten Manus veranlaßt, wandte Angelika sich dorthin, wohin Manu deutete.

Aber dort war niemand, nur schlecht ausgeleuchtete Finsternis. Kein Bernd Reil weit und breit.

Zurück zu Manu drehte Angelika sich auf dem Absatz, kopfschüttelnd. Ansagen wollte Angelika Manu, daß da kein Berd Reil wäre. Wie könnte sie, Manu, Bernd Reil sehen, wenn dort kein Bernd Reil war? Woher kannte sie, Manu, überhaupt Bernd Reil, wüßte, daß ihr Freund, mit dem sie, Angelika, in der Wohnung zusammenlebe, mit vollem Namen Bernd Reil heißt?

Einzig und alleine, Manu war spurlos und ohne jedes Geräusch verschwunden. Von einem Moment zum anderen war Manu nicht mehr vor Ort. Weggehuscht. Als hätte Manu sich in Luft aufgelöst.

 

 

 

 

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