"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 404
4. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Die Straße hinauf und -unter lief Angelika mit Manus Blumenstrauß und dem eisernen Spazierstock. Nirgends konnte Angelika Manu entdecken.
Genauer gesagt, wo ihre Freundin wohne, hatte Manu Angelika nicht. Das konnten zwei, drei Gebäude sein, jeweils fünfstöckig. In jedem Wohnhaus über zehn Parteien. Überall zu läuten, irgendwann kämen Polizisten zu Angelika. Herrschaften von der Polizei, die würden sich bei Angelika erkundigen wollten, ob Angelika sich gut dabei fühle, nächtens die Ruhe der Leute in den Häusern zu stören.
Zehn weitere Minuten wartete Angelika hin, ob Manu nicht doch zurückkehren wollte, den Blumenstrauß und dem Spazierstock bei ihr, Angelika, abzuholen. Dann entschied Angelika, heimwärts zu machen; schlußendlich nutzte alles nichts, und es wurde bloß immer später auf der Uhranzeige.
Den Wiesenblumenstrauß gab Angelika in eine schmale Vase. Den Gehstock aus Manus Besitz legte Angelika auf den Küchentisch.
Mir stellte Angelika die Frage, woher Manu meinen vollständigen Namen kannte.
Beantworten konnte ich das Angelika nicht.
Daß ich aber zittrig, nervös geworden war, das konnte ich nicht verbergen.
Tatsache - ich kannte den eisernen Gehstock nur zu gut.
Angelika war das Teil gleichfalls bekannt. Angelika sagte, der Metallstock sehe ihr beinahe aus wie das Duplikat eines anderen Stockes, den sie vor Monaten auf der Polizei abgeliefert hatte.
Stimmte ja alles auch. Echt wahr.
Das ist der Spazierstock Fransens.
Fransens Gehhilfe befindet sich jetzt in Angelikas Wohnung, steht im Flur in dem Behältnis, in das Regenschirme eingeschoben standen.
Ich glaube, ich verstehe die Zeichen.
Dazu die Worte Fransens, deutlich in meiner Erinnerung. Als hätte Fransen und ich uns erst vor wenigen Augenblicken miteinander gesprochen.
*
Neunter Juli, foxy.jpg..
Mittwoch am frühen Abend. 18:49 Uhr.
Seit fünf Uhr nachmittags bin ich wieder daheim.
Habe eigentlich erwartet, Angelika in ihrer Wohnung vorzufinden.
Aber - Angelika ist noch nicht zu Hause.
Auf keine geschriebene Kurznachricht von mir reagiert Angelika. Rufe ich Angelika an, nimmt Angelika meinen Anruf, obwohl sie meine Nummer auf der Anzeige sehen muß, nicht an. Auf der Mailbox lande ich, bitte Angelika, mich anzurufen, mir zu sagen, ob es ihr gut geht.
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