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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 405

4. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Mehr möchte ich nicht wissen; nur Bescheid gesagt bekommen, ob es ihr, Angelika, gut gehe.

 

Ich mache mir Sorgen um Angelika. Wirkliche Sorgen.

 

 

Heute in der Früh.

Angelika und ich, wir mußten uns beide nur kurz ansehen, um festzustellen, daß wir beide die Nachtstunden durch nicht besonders gepennt haben. Beziehungsweise so gut wie überhaupt nichts.

 

Miteinander schlafen wollten Angelika und ich im Laufe der Nacht nicht einmal. Rücken an Rücken sind wir im Bett gelegen, haben so getan, als merkten wir nicht, daß der andere noch wach war.

Zweimal ist Angelika nachts aufgestanden.

Als Angelika nicht ins Schlafzimmer zurückkehrte, habe ich ebenfalls rausgemacht, bin in meine Pantoffel gestiegen. Angelika war in der Küche zu finden, den Spazierstock Fransens in den Fingern. Auf die unheimliche Knaufbronze mit dem dreifach behörnten Drachenkopf oben, hat Angelika gestarrt. In einer Tour. Wie in Trance.

 

Wenigstens hatte Angelika niemandem die Türe aufgemacht. Was ich ein wenig befürchtet hatte.

Als ich Angelika am Nachthemd zupfte, ist Angelika zusammengeschrocken, von Stuhl hochgesprungen, hat den metallenen Gehstock gehoben, als wolle sie mit ihm nach mir schlagen.

Sage ich zu Angelika, das sollte sie besser nicht tun, zuzuhauen. Den Spazierstock sollte sie aus der Hand legen, wieder zu mir ins Bett kommen.

Tatsächlich läßt Angelika das Metallteil sinken. Zu taumeln fängt Angelika an, muß sich auf den nächsten Küchenstuhl zurück niederhocken.

Den Spazierstock nehme ich Angelika ab, begebe mich auf den Flurgang, stecke die metallene Gehhilfe wieder bei den Regenschirmen dazwischen.

 

Leer, der Blick Angelikas.

Als ich Angelika eineinhalb Stunden drauf das zweitemal ins Schlafzimmer zurückführte, war Angelikas Blick noch leerer.

So, als ob die Entscheidung in einem Kampf gefallen wäre, Angelika sich mit der Erkenntnis vertraut gemacht hätte, daß sie zu den Verliererinnen der Schlacht rechnete.

Ganz nahe dran an einem Nervenzusammenbruch schien Angelika. Wie eine um mehrere Jahre gealterte Frau legte Angelika sich auf ihrer Seite auf das Doppelbett.

 

 

 

 

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