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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 410

6. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Plötzlich, ich war auf dem Nachhauseweg in Angelikas Wohnung, rempelte mich jemand. Ich starrte den jungen Kerl aufgebracht an. Er und seine beiden Begleiter grinsten mir breit ins Gesicht. Die Frage ging an mich, ob ich unverzüglich was abbekommen wolle.

Allerdings präsentierte ich keinerlei weiterführende Reaktion, sondern senkte meine Augen zu Boden, wandte mich hängenden Schultern ab.

Nichts passierte mir, außer daß ich ein paar Namen aus dem Standardrepertoire für Beschimpfungen hingesagt kriegte. Wegen denen ich mich in keinster Weise erregte; wenigstens nicht lautstark, sichtbar.

Klar hatte ich die Schnauze gestrichen voll von meinem Scheißleben; das hatte jedoch nicht das geringste mit den Dreien zu tun. Die wahrscheinlich, wenn sie nicht angesoffen waren, machten, was Mutti von ihnen wünschte. So brav, wie sie trotz größten Lippen-, Nasen-Piercing-Anstrengungen eigentlich aussahen.

Mein allergrößter Kummer waren diese drei nicht, außer sie hätten mich real handfest angepackt. Das hätte die Sachlage schlagartig ändern können. Angesichts meiner Soldatenausbildung. Eine monatelange Ausbildung. Für den Kampf Mann gegen Mann war ich geschult worden. Sogar gegen mehrere Gegner und welche mit Stichwaffen.

Keiner der Knaben zwang mich zu irgendeinem Risikosport für meinen Rücken, ich schritt immer weiter.

Das Jungmänner-Trio war, als ich mich nach ihm umschaute, den Gehsteig hinauf weiterspaziert, schubste sich selber her, trainierte Pogo für die Schlangengrube am nächsten Festivalgelände.

 

Bei Gusto's war ich eingetroffen. Gusto's, eine teure Adresse für kunstvoll verziertes Backwerk.

Beliebt bei Angelika, das Gusto's. Immer wieder, daß Angelika zu Gusto's hineinschritt, Tortenstücke oder sogar ganze Torten zu kaufen.

Die ausgestellten Torten, ein-, zwei-, dreistöckig. Die größte Torte - eine Hochzeitstorte, zehn Stöcker -, betrachtete ich. Als ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung mitkriegte, sich mein Blick änderte.

Zum einen schaute ich mich selber gespiegelt in der Schaufensterscheibe. Jedoch auch was anderes, eine bekannte Person, auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Angelika. Es war Angelika.

Weil ich Angelika sah, wandte ich mich um.

Frisch wollte ich einen Ruf für Angelika nach hinüber laut werden lassen. In dem Moment, als ich zum Schrei ansetzte, daß Angelika voraus jemandem gewunken hat.

Ich schaute mal, wer sich da Angelika näherte, und die Augen wurden mir größer. Die Beinen drohten mir unter meinem eigenen Körpergewicht nachzugeben.

Manuela Dombrowski. Das war Manuela Dombrowski. Keine andere.

 

 

 

 

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