"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 456
27. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Heini Tabert ließ sich tatsächlich von Klärchen, bei der Beppi hockte, entlocken, daß Hansi Mafia-Leute getroffen hätte. Echte wahnsinnige Mafia. Kalabrien. Nicht die Sizilianer. Brutal, Hansi, einfach brutaler, Hansi.
Einen gewaltigen Drogen-Deal, den Hansi abgezogen hätte. Mit den Italienern. Und Exklusivrechte hätte Hansi gekriegt. Vom Paten persönlich, dem Hansi den Ring küßte. Die nächsten zehn Jahre, daß Hansi nie gute Ware fehlen würde. Der ganze unzuverlässige Rest, der wäre für den Arsch.
Und, man mußte sich das vorstellen, Fransen, der war mit bei Hansi-Tabert mit dem Auto dorthin mitgefahren.
Ohne sich vorher großartig mit anderen Klamotten ausstaffiert zu haben, stieg Fransen zu Hansi-Tabert in den Wagen ein, nahm mit dicker Sonnenbrille auf den Rücksitzen Platz. Als wäre das das Gewöhnlichste auf der Welt. Manu hatte Hansi-Tabert hingenickt, der nickte zurück, dann hatte Manu, die die hinter Lenkrad war, Gas gegeben, während Taberts Mutti, die Tabert-Brüder Heini und Tobi, die Tabert-Schwestern Linchen und Krissi, die von Linchen, Krissi und noch ein paar anderen geborene Kinderschar, das Tantchen Minchen, Klärchen und Beppi dem Auto zum Abschied hinterhergewunken haben. Die hübscheste, banalste Familienszene. Hätte genausogut dem rührigsten Zwanzig-Uhr-Familienprogramm entstammen können.
Herr Josef Greitel hat zu Thomas und Regina, meinen Mitarbeitern gesagt, Herr Doktor Weil-Esch, daß er meinte, daß er bald der einzige gewesen wäre, der das immer wieder mitgekriegt hätte, wie Tabert-Hansi und Fransen sich einander zuwandten und sich besprachen. Oder das sah, wie Tabert-Hansi Fransen im Vorübergehen einen Wink gab.
Beinahe unbegreiflich für Herrn Josef Greitel die anderen, daß die andern Fransen einfach für nichts hielten. Als könnte man nie die geringste Kleinigkeit tschecken. Dabei hätte man nur bei ihm, Beppi, nachfragen müssen. Er, Beppi, er hätte es jedem sagen können. Um zu erfahren, daß, wenn es eine rechte Hand Hansi-Taberts gab, das nicht Heini war oder Tobi. Oder einer des Rests aus dem Banden-Umfeld Tabert-Hansis, der sich eben für bedeutend aufgestiegen hielt. Sondern alleine Fransen. Nur Fransen war für Tabert-Hansi wirklich von herausragender Wichtigkeit.
Nicht den blassesten Schimmer hätte er, Beppi, wie dieses Band zwischen Tabert-Hansi und Fransen entstanden war. Wo Tabert-Hansi Fransen kennenlernte, wußte Beppi nicht zu sagen.
Am schrecklichsten fand Beppi allerdings an der Beziehung zwischen Tabert-Hansi und Fransen, daß, sobald Tabert-Hansi über Leute sprach, die Unbotmäßiges ausgeführt hatten, Tabert-Hansi Fransen dabei feste im Blick hatte.
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