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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 480

6. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Die Wohnung der Hemmkargs schaue in der Gegenwart als einzige noch genauso aus wie früher. Hätte keinen Kabel-, Internetanschluß.

 

Herr Holger Lambertz wußte zu erzählen, daß der alte Hemmkarg bereits vor sechzig Jahren in Frührente gegangen war. So weit er, Herr Holger Lambertz, sich an die Geschichten seines Vaters von früher erinnere, hatte Herr Hemmkarg, der von Beruf Automechaniker war, lange Zeit ziemliche gesundheitliche Probleme mit vielen Zusammenbrüchen. Öfters, daß Herr Hemmkarg ins Krankenhaus gefahren werden mußte. Einige Male knapp, daß Herr Hemmkarg den Löffel nicht abgegeben hätte.

Eine chronische Anämie, die von den Ärzten bei Herrn Hemmkarg festgestellt wurde. Überdies irgendwas mit zu wenigen weißen Blutkörperchen.

Obwohl Blutarmut keine ansteckende Krankheit ist, hatte Herrn Hemmkargs Frau Susi nach einiger Zeit dasselbe Krankheitsbild wie ihr Mann. Hemmkargs Frau Susi, die das von Beruf war, was man heute eine Büromanagerin nennt, mußte wie ihr Ehemann ihre Arbeit aufgeben und in Frührente gehen.

Kinder hatte das Ehepaar Hemmkarg im übrigen nie welche.

Herr Holger Lambertz, der Hausmeister des Gebäudes Gründelicherstraße 9 gab sich dann plötzlich verstockt, wollte mir und Thomas in seinem Wohnzimmer keine weiteren Auskünfte über die Hemmkargs mehr geben.

Thomas und ich ließen es auf sich beruhen. Schließlich konnten wir bei Gelegenheit wieder auf Herrn Lambertz zurückkommen, wenn wir ihn nicht verärgerten.

 

Das Besondere an den Hemmkargs, laberten Thomas und ich Herrn Lambertz hin, wäre ihr Alter. Ein wahrlich hohes Alter, das Herr und Frau Hemmkarg trotz schwerster Erkrankungen erreicht hätten. Jetzt genossen die alten Hemmkargs die letzten Tage ihres Lebensabends.

Herr Lambertz' Mund blieb verschlossen.

Mittlerweile standen Thomas und ich wieder draußen von Lambertz' Hausmeisterwohnung. Eine blonde Frau in Jeans, die mit zwei in Blaumännern gekleideten Schränken von Männern zur Haustüre hereinkam. Als die Blondine Herrn Lambertz sah, drohte sie Herrn Lambertz mit der Faust, meinte zu Herrn Lambertz, jetzt wäre ihr klar wie Kloßbrühe, daß alles wahr wäre, was man überall in der Gegend von dem Haus mit der Nummer neun sagen würde. Warum in Lambertz' Haus alle paar Tage die Mieter wechselten. Sollte er, Lambertz, mit dem Hemmkargs oben glücklich werden. Wenn man die Hemmkargs nicht zum Ausziehen kriegen könnte, gingen eben sie und ihr Mann und ihre Kinder. Ganz einfach. Der Umzugwagen wäre eben draußen vorgefahren. Die Männer an ihrer Seite wären die Männer von der Umzugfirma. Jetzt begebe man sich miteinander hoch in den zweiten Stock. Die Familie Benglisch wäre heute noch aus Nummer 9 draußen.

 

 

 

 

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