Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 484

8. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Das habe sie, Frau Benglisch, ihrem Mann am Nachmittag, als er von der Arbeit nach Hause gekommen war, klargemacht, daß sie keine weitere Nacht in dem Haus Gründelicherstraße 9 zubringen wolle. Alles Gerede, das sie von den alten Hemmkargs gehört hatte, hätte sich für Frau Benglisch als wahr herausgestellt. Daß die alten Hemmkargs nachts gern umgingen, böser als Gespenster wären - SIE, die Benglischs, hätten es mit eigenen Augen gesehen. Jeder der Familie, auch ihr Mann Erhard, hätte die alte Hemmkarg klar und deutlich im Kinderzimmer Ginas wahrgenommen und erkannt. Ehe die unheimliche Alte in einem Augenblick zum Fenster raus war, wie manche es im jugendlichen Alter nicht besser konnten. So was mußte einfach zu denken geben, und das Ergebnis, zu dem dieses Denken führte, brauchte kein Mensch. Frau Benglisch jedenfalls brachte ihre Tochter Gina zu ihrer Mutter nach Dresden. Als Frau Benglischs Mutter die ganze Geschichte von ihrer Tochter erfahren hatte, daß Horrorgeschichten in der Gründelicherstraße wahr wurden, mitten in der Nacht ein verrücktes Frauenzimmer im Kinderzimmer Ginas herumstand, erlaubte Frau Benglischs Mutter, daß nicht nur Gina bei ihr wohnen bleiben durfte, sondern auch Ginas gesamte Familie. Wenigstens solange, bis die Familie Benglisch eine neue Wohnung gefunden hatte.

 

 

Die Geschichte Frau Benglischs war in der Folgezeit nicht das einzige, was Thomas und ich von Leuten in der Gründelicherstraße zu hören kriegten, Herr Doktor Weil-Esch.

Der Ruf der alten Hemmkargs war in der ganzen Gründelicherstraße miserabel. Die alten Hemmkargs waren nicht nur unbeliebt, sondern gefürchtet.

Man gruselte sich hinter vorgehaltener Hand vor den alten Hemmkargs. Gegenüber Thomas und mir wurde behauptet, die alten Hemmkargs, die hätten den bösen Blick. Das hohe Alter der Hemmkargs käme von einem unheiligen Zauber, den die Hemmkargs in jungen Jahren an sich ausführen hätten lassen. Von einem Hexenmeister. 

Ein anderer fragte sich nachdenklich, wenn man sich alles mit den Hemmkargs genau überlege, wundere er sich darüber, daß wirklich noch keiner die alten Hemmkargs gelyncht hätte. Immer wieder, über die Jahre durch, daß Leute die Wohnung der Hemmkargs stürmen wollten. Um mit den Hemmkargs aufzuräumen. Dann kam die Polizei, und die Polizei hat das immer verhindert, daß es zum Äußersten gekommen ist. Die alten Hemmkargs, die blieben in der Straße wohnen, scherten sich um nichts. 

Eine alte Frau erzählte uns, daß sie immer Weihwasser dabei hätte. Das verspritze sie, wenn sie an Gründelicher 9 vorbeiging. Wir, wir von der Detektei Umschau, wir müßten uns das einmal vorstellen, die Kinder müßte man vor den alten Hemmkargs schützen. Auf die Kinder müßte man aufpassen, daß die nicht ständig zu den alten Hemmkargs rauflaufen. Um dann mit einer Krankheit bei den Hemmkargs aus der Wohnung rauszukommen. Besonders auf Mädchen hätten die Hemmkargs es abgesehen. Schreckten aber auch nicht vor Knaben zurück. Auch ältere Jungs.

 

 

 

 

484

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post