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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 490

11. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Frau Ramona Gleibt: Kann man wohl sagen. Mit Gustl hätten wir uns sicher nicht verlaufen. All die Warnungen des Bauern und der Bäuerin hatten wir vergessen, nicht zu weit von den uns bekannten Trampelpfaden im Wald wegzugehen. Als ob wir nicht gewußt hätten, daß man sich im Wald der Geiersdorfer Umgebung verlaufen kann. Jetzt war es uns selber passiert. Peinlich.

Detektei Umschau: Geht schneller so was, als man sich das denkt. Stimmt.

Frau Ramona Gleibt: Leider. Hätten wir uns nicht verlaufen, wäre nichts von dem, was später geschehen ist, geschehen. Nur damit hat es zu tun, daß wir uns alle miteinander verlaufen mußten. Weil wir kaum Pilze in unseren Körben hatten. Und das, obwohl wir erst ein paar Tage vorher in der Zeitung gelesen hatten, daß eine andere Familie stundenlang im Wald der Geiersdorfer Umgebung herumgeirrt war. Die waren auch beim Pilzesuchen. Keinen Menschen haben die getroffen. Bis die Nacht kam. Die waren dummerweise auch nur in ihren Shirts, kurzen Hosen und Turnschuhen unterwegs. Wie die unseren, hatten auch denen ihre Phones keinen Empfang. Unter Tannen haben sie nachts zu schlafen versucht. Beim ersten Sonnenstrahl sind sie weiter. Panik war über sie gekommen, im Niemandsland. Plötzlich waren zwei der Kinder fort, nicht mehr auffindbar. Die sind beide über eine Schlucht hinunter, die plötzlich vor ihnen war, und Vati, Mutti haben nicht das bißchen was davon mitgekriegt. Abgestürzt. War ein aufwändiger Einsatz mit Suchtrupps notwendig. Auch ein Rettungshubschrauber war notwendig, die Kinder abzutransportieren. Unfaßlich, daß die zwei den Absturz überlebt hatten. Nur Arm-, Beinbrüche. Mehr als unglaubliches Glück, daß der Rest der Familie, Vati und Mutti, die beiden anderen Kinder, plötzlich einem Förster gegenübergestanden war. Der sie zu einer Hütte im Wald geführt hat. Von dort aus hat der Mann mit dem Funkgerät die Rettung gerufen. Damit kam dann alles für die Suche ins Rollen.

Detektei Umschau: Stimmt schon. Gibt vieles auf der Welt, was einem passieren kann. An das man vorher nicht gedacht hat.

Frau Ramona Gleibt: Vati und Mutti haben uns getröstet, uns zu motivieren versucht, indem sie mir, Mona, Gabi und Sonja wiederholten, daß wir schon Glück haben werden. Irgendwann würden wir wieder jemanden treffen. Auf einen Weg im Wald stoßen. Überall gäbe es Wege. Sogar geteerte. Mitten im Wald. Kein Grund zur Beunruhigung. Aber ... Schluchz.

Tränen sind Frau Ramona Gleibt in die Augen geschossen, haben zu laufen angefangen.

Detektei Umschau: Bitte, Frau Gleibt, wir können auch abbrechen. Wir können ebenso morgen, übermorgen wiederkommen, die Unterhaltung fortzusetzen...

 

 

 

 

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