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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 491

12. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Frau Ramona Gleibt: Nein, nein, geht schon. Ich will Ihnen das erzählen, und ich werde Ihnen das erzählen. Auch wenn ich das nicht gerne mache. Wir alle, meine ganze Familie, wir hatten uns im Wald verirrt. Kein Phone, nichts funktionierte. Die nächste Pause, die wir mit Vati und Mutti gemacht haben, schon ziemlich geschafft vom vielen Herumlaufen. Mehrere Stunden waren wir da bereits tief im Geiersdorfer Wald. Was soll ich sagen? Es war für uns so unfaßlich. Wie die Volltrottel fühlten wir uns. Als ob nur uns so was passieren könnte, daß wir nicht mal auf einen blöden Waldweg stoßen konnten. Da waren zwei so parallel hingestürzte Tannenbäume. Auf die wir uns schließlich alle hockten. Vati, Mutti auf der einen Seite. Ich, Gabi und Sonja auf der anderen gegenüber. Zwischen uns war ein freie Fläche Erdboden von so Kinderzimmergröße. Wir redeten darüber, was es alles im Wald gab. Andere Pilzsucher, Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, Jäger mit Hunden; Hütten mitten im Wald, von denen keiner wußte, wie sie da eigentlich hinkamen. Hubschrauber haben wir schon fliegen gesehen. Und Empfang für die Phones mußte es doch auch mal wieder geben. Ansonsten könnten wir eine Zeitreise gemacht haben, ins Mittelalter ...

Detektei Umschau: Aber - es war Tatsache ...

Frau Ramona Gleibt: Ja. Spechte haben geklopft. Verschiedene andere Vögel hörten wir fern zwitschern. Im Unterholz hat es geknackt. Ohne daß wir ein Tier gesehen hätten. Aneinandergedrängt haben Gabi, Sonja und ich uns ängstlich. Vati hat gesagt, daß das die Urangst ist. Erbe unserer urzeitlichen Vorfahren. Eine Täuschung. Jedesmal, wenn wir auf der Autobahn fahren, ist das viel wahrscheinlicher, daß sich mit uns ein Unfall ereignet, als daß uns mitten im Wald was passiert. Vatis Worte waren aber für keine von uns ein Trost. Zum Glück hatte sich das Wetter erheblich gebessert, daß es lange nicht mehr gewittert hatte. Keine Blitze, kein Regen. Wir blieben trocken. Sonja und Gabi nahmen wieder ihre Phones zur Hand, haben sie hochgehalten, um zu sehen, ob es mal Empfang gab. Sonja sagte, daß ihr Akku bald aus wäre. Nicht mal der Notruf funktionierte. Genausogut hätten wir alle unsere Phones bei den Strauchingers am Hof auf unseren Zimmern liegenlassen können.

Detektei Umschau: So ein Funkloch da? Überhaupt nirgends Empfang möglich?

Frau Ramona Gleibt: Wir haben das jedenfalls erlebt. 'Kein Netz verfügbar.' Nichts.

Detektei Umschau: Schwer zu glauben.

Frau Ramona Gleibt: Vati und Mutti hatten eine Thermoskanne mit Tee dabei. Ich eine Wasserflasche, Gabi ein Cola. Sonja hatte vergessen, sich was zum Trinken mitzunehmen. Meine letzten Schlucke Wasser hat Sonja sich genehmigt. Meine Stulle wollte Sonja mir nicht wiedergeben. Daß Mutti mir die Hälfte von ihrer gab. Das war alles Essen, was wir hatten, und das war dann weg.

 

 

 

 

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