"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 502
16. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Warum sollte es nicht zu Gaby passen, Frau Gleibt?
Frau Ramona Gleibt: Ich war mir nicht mehr sicher. Am darauffolgenden Tag hatte meine Entschlußkraft mich ganz verlassen. Ich meine, hätte jemand andres, Vati, Mutti, Sonja, etwas gesagt, hätte ich die Geschichte vielleicht bestätigt. So aber, ich alleine ... Ich hatte nicht die geringste Lust, mich in die Nesseln setzen. Als einzige, die glaubte ... Nein, danke.
Detektei Umschau: Verstehen wir, Frau Gleibt.
Frau Ramona Gleibt: Gaby war eigentlich eine Schüchterne. Ihre hätte ich so was nicht zugetraut. Keiner von uns. Ich hatte das Gefühl, ich könnte leicht meine ganze Familie gegen mich aufbringen. Stellen Sie sich nur einmal vor: Drei Wochen vor den großen Sommerferien war an Gabis Schule Wandertag. Gabys Klasse zusammen mit zwei Parallelklassen des gleichen Jahrgangs. Ein Junge aus der einen Parallelklasse hatte Gaby angebaggert. Gaby hat mit ihm auch händchengehalten, ließ sich von ihm auf die Wangen küssen. Aber, er wollte mehr von Gaby. Gaby hat erzählt, daß er sie mit Zunge küssen wollte, wollte daß Gaby anfaßt ... Das mit dem Zungenkuß, das hat Gaby ihm erlaubt. Aber Gaby wäre fast gestorben. Seine Zunge an der ihren, nein, eklig fand Gaby das. Daß Gaby ihn von sich gestoßen hat, daß er nach hinten gefallen ist. Dann ist Gaby dort weggelaufen. Gelächter hat Gaby sich hinterrücks anhören müssen. Ihre Freundinnen haben Gaby verspottet, als alle wieder beim Wandern unterwegs waren. Sie machten Gaby darauf aufmerksam, daß so ein Zungenkuß lange nicht alles war. Gaby sollte mal was am Knauf vom Regenschirm was andres üben, mit ihrem Mund. Daß ihre Freundinnen so mit ihr redeten, das empörte Gaby. Oberpeinlich war das Gaby, was ihre Freundinnen laut bei ihr anbrachten, sie aufklärten. Ein paar Tage war Gaby nach dem Wandertag krank daheim. In die Schule wollte Gaby nicht mehr gehen. Mutti mußte Gaby überreden, indem Mutti sagte, daß Gaby die letzten Schultage auch noch schaffen würde. Einen Schulwechsel wünschte Gaby sich von Mutti, für das nächste Schuljahr. Und jetzt will ich gesehen haben, wie Gaby ...
Detektei Umschau: Sie haben also die Sache auf sich beruhen lassen, daß Sie Ihre Schwester Gaby und diesen fremden Mann in einer eindeutigen Situation gesehen haben? Weder Vati noch Mutti etwas gesagt ...?
Frau Ramona Gleibt: Um ehrlich zu sein, ja. Bitte, können wir hier abbrechen. Ich habe keine Lust mehr. Könnten Sie vielleicht ein anderesmal wiederkommen. Ich rufe Sie an ...
Detektei Umschau: Gut, brechen wir ab, Frau Gleibt.
Fortsetzung des Gesprächs von Frau Ramona Gleibt mit Mitarbeitern der Detektei Umschau (Frau Agathe Setzer und Frau Regina Datz; die Diktiergerätaufzeichnung ins Reine getippt hat Frau Agathe Setzer):
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