"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 503
16. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Heute ist der 26.11.. Gegen halb elf Uhr am Vormittag haben Sie uns angerufen, Frau Gleibt. Gesagt, daß Sie ihre Unterhaltung mit uns fortsetzen wollen. Ist dem so, Frau Gleibt.
Frau Ramona Gleibt: Ja.
Detektei Umschau: Jetzt ist es halb acht Uhr am Abend. Die genaue Uhrzeit: 19:33 Uhr. In der Wohnung Frau Ramona Gleibts, Ebnerstraße 8.
Frau Ramona Gleibt: Ja.
Detektei Umschau: Bitte, womit wollen Sie beginnen, Frau Gleibt?
Frau Ramona Gleibt: Wo ich gestern aufgehört habe. Ich hatte gesagt, daß es mir Probleme bereitete, Vati, Mutti davon zu erzählen, daß ich Minuten vor dem Erwachen der gesamten Familie dort mitten im Wald nahe von Geiersdorf kurz einmal wach war. Daß ich glaubte, die kurzen Momente meines Wachseins dort etwas gesehen zu haben. Und zwar das, daß meine vierzehnjährige Schwester Gaby und dieser komische,unsympathische Fremde tatsächlich miteinander Sex hatten. Vertrauten Sex. In einer Stellung. '69'. Daß es nicht zu glauben war, wie meine Schwester Gaby das mit dem tun konnte. Weil, so etwas, so etwas paßte eigentlich nicht zu unserer Gaby.
Detektei Umschau: Sie meinen ...
Frau Ramona Gleibt: Genau. Aus dem Grund wollte ich auch keinen Fehler machen. Wenn Gaby gesagt hätte, daß das nicht stimmen würde, was ich da daherbrächte, daß sie, Gaby, und dieser Fransen ... Hätte Gaby das auch noch bewiesen, daß das nicht stimmen konnte, was ich redete - was hätte ich dann tun sollen? Wie blöde wäre ich dagestanden? Gaby wäre mir beleidigt gewesen. Vati und Mutti hätten über mich den Kopf geschüttelt. Ich hätte bei den Strauchingers Hausarrest bekommen können. Oder, der ganze Ferienaufenthalt der Familie bei den Strauchingers wäre wegen mir abgebrochen worden ... Daheim wäre die Geschichte für mich weitergegangen. Also fand ich es besser, den Mund zu halten. Abzuwarten. Was ich mir statt dessen vorgenommen habe, in der nächsten Zeit ein klein wenig verschärft ein Auge auf Gaby zu haben. Fragte mich, wenn einmal so was war, ob sich nicht noch was ereignen würde.
Detektei Umschau: Und - hat es?
Frau Ramona Gleibt: Ja. Am nächsten Tag am Abend ist Gaby plötzlich zwischen Gebüsch verschwunden. Als Gaby nicht mehr wiederkam, bin ich dorthin, wo ich Gaby zuletzt gesehen hatte. Da war zwischen dem Stauden der Pfad zum Bächlein. Dort bin ich lang, das Bächlein hinunter. Plötzlich sehe ich Gaby mit dem Rücken zu mir unter einem Baum stehen. Ich schreie 'Hallo, Gaby". Da rührt sich was bei Gaby, etwas Schwarzes huscht bei Gaby in die Höhe, springt davon. Dann bin ich Gaby gegenübergestanden, und Gaby hat sich ihren langen Rock gerichtet. So, als wäre wirklich erst vor einem Moment etwas - ich meine, jemand - unter Gabys langem Rock gewesen.
503
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte