"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 520
22. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Miserabel gelaufen ...
Frau Ramona Gleibt: Das kann man wohl sagen. Plötzlich habe ich Hinni gesehen. Unter einer Straßenlampe. Hinni ist ganz schön schnell ausgeschritten. Gerannt bin ich, zu Hinni zu kommen, Hinni zu überholen. Hinni gegenüber habe ich mich aufgebaut, daß Hinni stehenbleiben mußte. 'Warum wartest du nicht auf mich?' frage ich Hinni atemlos: 'Wo willst du denn so eilig hin?' 'Wo soll ich hinwollen?' stellt Hinni mir die Gegenfrage: 'Nach Hause will ich. Ich gehe jetzt einfach schnell nach Hause.' 'Was willst du denn daheim?' sabbele ich doof daher. 'Schlafengehen', gibt Hinni zurück: 'Schlafengehen, was sonst?' 'Wirklich, du willst jetzt schlafengehen?' wollte ich es nicht glauben. 'Für heute reicht's mir', hält Hinni als Tatsache fest. 'Aber, ich - wir ...', konnte ich es nicht begreifen. 'Nein, für heute steht's mir hier.' Die Handkante hat Hinni waagrecht an seiner Stirn. 'Wa-warum denn?' konnte ich das nicht verstehen. Hinni: 'Weil's für heute langt. Ich gehe nach Hause. Zu meinen Eltern. Auf mein Zimmer. Dort lege ich mich ins Bett. Alleine. Denn dich nehme ich nicht mit. Auf keinen Fall. Nicht heute. Vielleicht rufe ich dich aber morgen an. Habe ja deine Nummer ...' Ich: 'Ja?' Hinni: 'Habe die Nummer in der Hosentasche. Ich rufe an. Gute Nacht.' Ich nicke zu Hinni hin, und Hinni schiebt sich an mir vorbei, schaut dabei über mich hinweg. Für mich war die Geschichte unmißverständlich klar. Das, daß Hinni mich morgen nicht anrufen würde. Auch nicht übermorgen. Hinni hatte keine Lust mehr auf mich.
Detektei Umschau: Sollte sich doch nicht so haben, der junge Mann ...
Frau Ramona Gleibt: Hatte ich eine Wut. Eine Wut. Auf Hinni. Aber vor allem hatte ich eine Wut auf Gaby. Auf Gaby, die mir das mit Hinni verderben hat müssen. Gaby, das stinkige Miststück, das nicht mehr alleine aufrecht gehen hatte können. Aber der Dreck, der Dreck ist Gaby trotzdem schön aus dem Schandmaul gekommen. Überhaupt, was Gaby so riechen hatte müssen. Wie eine, die nicht wußte, daß sie tot war. Oder, als wäre was Totes auf ihr draufgelegen. Nicht zu fassen, so ein Geruch. An meiner Schwester. Über Umwegen bin ich heimgegangen. Schlafen hätte ich ohnehin die Nacht nicht können, so aufgebracht war ich. Als ich dann auf dem Hof der Strauchingers angekommen bin, habe ich den Rettungswagen mit Blaulicht vom Hof abfahren sehen. Dahinter fuhr auch noch der Notarztwagen bei den Strauchingers raus. Sonja stand in der Haustüre, als ich dort eingetroffen bin. 'Mutti ist mitgefahren, Mona', sagt Sonja zu mir. 'Was denn - im Rettungswagen? Was denn hier passiert, Sonja?' frage ich gereizt, hatte aber eine Ahnung. 'Mutti hat Gaby am Fußboden oben am Gang gefunden. Bewußtlos. Hat nur ganz schwach geatmet, Gaby. Hatte Kotze im und am Mund. Mutti hat bei Gaby erste Hilfe geleistet. Mir hat Mutti gesagt, ich soll den Notruf angerufen. Habe ich gemacht. Waren in acht Minuten da. Haben Gaby notärztlich versorgt. Haben Gaby auf eine Trage gelegt, festgeschnallt. Sie die Stiege runtergetragen. Jetzt ist der Rettungswagen gerade weggefahren. Mutti ist mit Gaby ins Krankenhaus mitgefahren. Mutti wird anrufen, uns sagen, was genau mit Gaby ist.' 'Wo ist Vati?' frage ich. 'Vati ist noch nicht daheim', unterrichtet mich Sonja: 'Vati hat auch sein Phone nicht an.'
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