"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 523
23. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Was mit Gaby war, die richtige Diagnose konnte niemand stellen?
Frau Ramona Gleibt: Sieht fast so aus. Machte mir meine eigenen Gedanken. Weil ich mich mit Gaby nicht so gut verstand, habe ich gesehen, daß es Gaby tagsüber nicht so gut ging. Allerdings änderte sich das, sobald es Abend wurde. Da wurde Gaby munter. Gegen halb sieben Uhr früh abends meist. Um die Zeit rum ist Gaby aus ihrem Bett gestiegen. Ist unter die Dusche. Ab der Zeit im Haus der Strauchingers herumgegeistert. Sogar selber im Kühlschrank hat Gaby sich abends, nachts bei den Strauchingers bedient. Mußte ihr niemand extra was holen. Wenn Gaby Hunger hatte, hat Gaby was gegessen. Weder in der Früh noch am Abend, wenn Vati, Mutti, Sonja und ich mit den Strauchingers im Stall waren, hat Gaby noch mal bei der Arbeit mithelfen mögen. Nicht beim Kühemelken, Schweine füttern, die Hühner versorgen. Für die harte Stallarbeit wäre Gaby zu schwach, sagte Mutti. Habe ich Gaby angeredet, hustete, taumelte Gaby, daß ich zuschaute, von Gaby fortzukommen, ehe jemand auf mich aufmerksam wurde. Trotzdem hat Mutti mich mal beiseite genommen, mich gefragt, warum ich nicht nett zu meiner kranken Schwester wäre. Ich sollte damit aufhören, Gaby schief anzureden. Ich wäre doch die Ältere, müßte begreifen, daß ich mit meinen Ansprachen Gaby nicht half, gesund zu werden. Gustl hatte einen süßen Hundewelpen bekommen. 'Tolle'. War bei uns allen die Schau, der kleine 'Tolle'. Nur Gaby, Gaby mochte Tolle nicht. Hat sogar mit dem Fuß nach Tolle getreten. Hätte Gaby Tolle getroffen ... Dabei war Gaby früher eine, die niemand von einem kleinen Hund wegbekommen hätte können. Aufgeführt hätte Gaby sich ... Obwohl Gustl und ich zu Sonja sagten, Sonja sollte das nicht tun, war Sonja mit dem kleinen Tolle bei Gaby im Zimmer oben. Nicht mal anschauen wollte Gaby Tolle. Solange Gaby aber sonst nichts mit Tolle anstellte, war das in Ordnung.
Detektei Umschau: Wie Sie sich ausdrücken, Frau Gleibt, sagen Sie, es wäre Ihrer Schwester Gaby nicht so schlecht gegangen. Lediglich ihre Tagesabläufe hätte Ihre Schwester Gaby geändert.
Frau Ramona Gleibt: Na ja, mich durfte man, was Gaby anging, nicht viel fragen. Ich konnte Gaby nach der Geschichte mit Hinni kaum mehr riechen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Roch ich Gaby, stank Gaby mir. Wirklich. Von Gaby ging ein Geruch weg. Fand es unbegreiflich, daß Vati, Mutti, niemand Gaby mal auf ihren Gestank ansprach. Auch Sonja schien da nicht viel in die Nase zu steigen. Oder es wurde ignoriert.
Detektei Umschau: Und - was war mit Fransen? Haben Sie den denn nicht mehr zu Gesicht bekommen?
Frau Ramona Gleibt: Sie wissen, Gaby schlief im Einzelzimmer nebenan. Da erinnere ich mich, daß ich zwei-, dreimal nachts wach wurde. Mir war, als wäre da jemand bei Gaby im Zimmer. So richtig zu hören war aber nichts mehr. Seit dem einen Mal ...
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