"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 529
25. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Gustl ging es also immer schlechter?
Frau Ramona Gleibt: Ja. 'Wenn wir bei dir daheim sind, Gustl, müssen wir den Notarzt rufen', sage ich leise zu Gustl. Gustl: 'Nein. Keinen Notarzt. Mann, das muß doch bald weggehen, Mona, oder?' Ich: 'Damit ist nicht zu spaßen. Wenn's nicht weggeht, Gustl, muß dir ein Arzt helfen. Bleibt überhaupt nichts anderes übrig, als daß ich den Notarzt rufe. Für uns beide. Uns beiden muß geholfen werden, Gustl. Wenn es nur ein Arzt kann ...' Gustl: 'Das tust du nicht, Mona. Du rufst keinen an. Mann, meine Eltern bringen mich um, sehen sie mich so ...' Ich: 'Du kannst auch so bald tot sein, Gustl. Ich habe mal einen Artikel im Netz gelesen, daß eine Schauspielerin an so was gestorben ist. Die konnte auch nicht, am Klo. Wegen einer Droge. Das geht bei einem ganz schnell. Es vergiftet dich innerlich, von unten nach oben.' Gustls Stöhnen hört sich so schrecklich jämmerlich an, als müßte ich auf der Stelle alleine loslaufen, Hilfe zu holen. Endlich waren Gustl und ich am Bach lang beim Gebüsch und den Hagebutten angekommen. Dort, wo wir zwischendurch zu den Strauchingers auf den Hof konnten. Plötzlich konnte Gustl da Wasser lassen, schoß ihm der Strahl heraus. Wenigstens so weit war Gustl abgeschlafft, daß Gustl das konnte. Auch ich habe mich dann sofort niedergehockt. War ich glücklich darüber. So glücklich war ich noch nie in meinem Leben drüber.
Detektei Umschau: Ihre Geschichte hört sich spaßig an, Frau Gleibt. Sie beide, Gustl und Sie, so nackt und in Dauerregung. Gesehen hat Sie so wirklich niemand? Auch nicht bei den Strauchingers am Hof?
Frau Ramona Gleibt: Ganz sicher weiß ich das natürlich nicht, ob nicht doch jemand mich und Gustl irgendwo gesehen hat. Mich und Gustl, nackt und ..., und grün und blau geschlagen. Angesprochen hat Gustl und mich jedenfalls nie jemand drauf.
Detektei Umschau: Sie sind schnell zu Gustls Eltern ins Haus?
Frau Ramona Gleibt: Nein. Gustl ist noch eine Minute am Boden herumgesessen, ehe sich Gustl mit meiner Hilfe stöhnend auf die Füße hochgeschafft hat. Dann sind Gustl und ich vorsichtig zwischen dem Gebüsch durch. Haben ständig gehorcht. In der Frühe sind bei den Strauchingers Stallarbeiten. An dem Morgen schien jedoch keiner viel in den Ställen was zu arbeiten zu haben. Gustl und ich, wir hörten die Kühe muhen. Die Schweine an ihren leerenTrögen. Die Hühner sind herumgelaufen. Zu sehen war kein Mensch. Als wären sie alle ausgestorben. Der kleine Hundewelpe hat Gustl und mich aus seinem Zwinger heraus angesehen, gequietscht und geschwänzelt. Im Kuhstall wußten Gustl und ich Kleidung. Arbeitssachen. Weil kein Mensch im Stall war, sind Gustl und ich dort hineingeschlüpft. Haben die Blaumänner an ihren Plätzen gefunden, uns jeder eine blaue Hose und Jacke angezogen. Dann erst sind Gustl und ich rüber zum Haus von Gustls Eltern.
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