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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 535

27. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Wirklich, so ist es zwischen Ihrer Schwester Gaby und Ihnen zu der damaligen Zeit zugegangen, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Es war nicht gut, daß ich die Ältere war, die vernünftig sein sollte. Ich habe darüber nachgedacht, von daheim auszuziehen. Ich mußte in der Wohnung meiner Eltern langsam wirklich aufpassen, daß mir nichts passierte. Gaby redete im Wohnzimmer mit Vati und Mutti darüber, daß ich die einzige wäre, die ihr Zimmer absperren würde; Sonja und sie, Gaby, sie beide sperrten nicht ab. Trotzdem habe ich meine Zimmertüre weiter zugesperrt, und Gaby blieb die, die nicht mehr zu rein durfte. Sonja dagegen schon, wenn Sonja an meiner Zimmertüre klopfte. Im Bad habe ich aufgepaßt, erst mal in die Dusche oder in die Badewanne geschaut. Ich habe echt gefürchtet, mal die Wasserhähne aufzudrehen und einen elektrischen Schlag abzubekommen. Oder daß in der Duschkabine plötzlich kochend heißes Wasser auf mich runterkam. Barfuß bin ich in der Wohnung nicht mehr herumgelaufen, habe immer geguckt, was am Boden herumlag. Sonjas Skateboard war einmal vor meiner Zimmertüre plaziert. Hätte ich gut draufsteigen können. In der Küche habe ich zugeschaut, daß ich mir meine Brötchen selber strich. So fleißig hatte ich Mutti früher nie in der Küche geholfen. Schnippelarbeit miterledigt. 

Detektei Umschau: Der blanke Terror, würden wir sagen. Nicht?

Frau Ramona Gleibt: Mußte nur achtsam sein, sonst nichts. Auch Gaby mußte aufpassen. Gaby mußte aufpassen, nicht in ihre eigenen Fallen zu steigen. Mitte Oktober hat Mutti Gaby zum Doktor gefahren, erinnere ich mich. Der Grund: Gaby war beim Kartoffelholen im Keller ausgerutscht. Eigentlich hätte ich ja die Kartoffeln heraufholen sollen. Aber ich war eben erst von der Schule heimgekommen. Und weil Sonja schön über ihren Hausaufgaben hockte, hatte Mutti Gaby schnell hinuntergeschickt. Eigentlich kein Problem, wenn Gaby aus dem Keller wieder hochgekommen wäre. Sonja und ich haben nach Gaby geschaut, Gaby im Keller gefunden ...

Detektei Umschau: Ah - ja.

Frau Ramona Gleibt: Vielleicht war da auch keine Falle oder so was gestellt. Vielleicht ist Gaby einfach nur so weggerutscht. Was weiß ich. Jedenfalls, wenn man sich das überlegt, war es wahrscheinlicher, daß ich in den Keller gehe, als daß Gaby das tut. Um auszurutschen. Auf was Gaby ausgerutscht war, das habe ich nie erfahren. War ja nichts Schlimmes bei Gaby passiert. Ein verdrehtes Knie. Eine Bänderdehnung. Trotzdem wurde Gaby der Fuß eingegipst, um das Gelenk ruhigzustellen. Drei, vier Tage ging Gaby auf Krücken in die Schule. War alles weniger schlimm, als Gaby sich aufführte.

 

 

 

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