"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 537
28. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Und, ER ist gekommen?
Frau Ramona Gleibt: Wenn Gaby und ich uns vor die Füße gelaufen sind, hat Gaby mir dann und wann vertraut zugeblinzelt. Als ob sie und ich ein Geheimnis gemeinsam hätten.
Detektei Umschau: Wie gab es das zu merken, daß ER bei Gaby war?
Frau Ramona Gleibt: Am Donnerstag der ersten Woche im Dezember. Da, glaube ich, war ER das erste Mal seit unseren Geiersdorfer Ferientagen wieder bei ihr, bei Gaby. Ich denke, an diesem Donnerstag war ER zum ersten Mal bei uns in der Stadt, hat Gaby irgendwo getroffen. Gaby hatte Mutti mit ihrem Phone angerufen, von der Schule aus. In der großen Pause. Gaby hat Mutti gesagt, daß sie nachmittags nicht nach Hause komme, weil sie nach dem Nachmittagsunterricht noch zu Trixi, ihrer besten Freundin, gehen wollte.
Detektei Umschau: Und? War Gaby denn nicht bei Trixi?
Frau Ramona Gleibt: Kann schon bei Trixi gewesen sein. Was weiß ich? Habe ich mich viel um Gaby gekümmert? Was ich sicher weiß, ist, daß Gaby gegen einundzwanzig Uhr nach Hause gekommen ist, sich Vati und Mutti zeigte Gaby. So komisch, aufgesetzt fröhlich, fand ich Gaby. Wie eine Schauspielerin. Zu Mutti und Vati sagte Gaby, daß sie schon bei Trixi was gegessen hätte. Ziemlich bleich im Gesicht fand ich Gaby. So verhuschte Augen. Schnell war Gaby, die den von ihr ungeliebten Schal um den Hals geschlugen hatte, auf ihr Zimmer verschwunden. Am nächsten Morgen trug Gaby beim Frühstück ein Tuch am Hals, eine Sonnenbrille, die Gaby nur absetzte, weil Sonja sich die Sonnenbrille mal aufsetzen wollte. Dumpf, freudlos guckte Gaby aus der Wäsche, fand ich. War wirklich gut, als Gaby die Sonnenbrille wieder aufgesetzt hatte. Ab da gewohnte sich jeder an Gaby mit der Sonnenbrille. Auch das Halstuch an Gaby wechselte nur die Farbe.
Detektei Umschau: Und, was denken Sie, Frau Gleibt, was hatte das alles dann zu bedeuten? Gaby mit Sonnenbrille und Halstuch ...?
Frau Ramona Gleibt: Angegeben hat Gaby nicht wieder bei mir, daß sie IHN treffen würde. Von der Schule aus rief Gaby Mutti Soni nun öfters an. Daß sie nach der Schule zu Trixi oder einer anderen Freundin ging. Hatte wieder viel mit Freundinnen, Gaby. Interessierte aber keinen wirklich, weil Gaby brav gegen zwanzig, einundzwanzig Uhr wieder daheim war. Kann mich nicht erinnern, daß sich einer der Familie damals wegen Gaby größere Sorgen gemacht und Gaby hinterhertelefoniert hätte. Und die Tatsache, daß Gaby manchmal am Morgen nur schlecht aus dem Bett rauskam, lichtempfindlich war, das bereitete keine größeren Probleme. Solange Gaby es in die Schule schaffte, war alles gut.
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