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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 538

28. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Mutti, Vati ist das nicht aufgefallen, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: War schwer für mich einzuschätzen, wie schlapp Gaby wirklich war. Ging was Gaby gegen den Strich, führte Gaby sich auf wie von der Tarantel gestochen, maulte, nölte in der Gegend rum, benutzte die hübschesten Worte, haute nach Sonja oder mir. So was reduzierte bei jedem in der Familie die Sorgen, die er sich eventuell wegen Gaby machen wollte. Wenn Gaby das konnte. Die Sonnenbrillen wechselte Gaby. Gaby hatte zu der Zeit eine hübsche Sonnenbrillenkollektion. Schwarz, gelb, braun, rosa. Gabys Augen kriegte man nur noch selten ohne Brille davor zu sehen. Mir schien, mit Gabys Augen war dauerhaft irgendwas. Nicht nur ein Modeeinfall Gabys. In den Weihnachtsferien habe ich Gaby nach den Feiertagen mal zu lange nach dem zufällig halstuchfreien Hals gestarrt. Da meinte ich, ich würde so drei, vier rötliche Punkte bei Gaby am Hals sehen. Wo die Halsschlagader war. Baut Gaby sich breitbeinig und aggressiv mir gegenüber auf, die Arme in die Hüften gestemmt. Gaby: 'He, willst du was, große Schwesternschlampe?' 'Nein, nichts will ich', antworte ich: 'Geh mir aus dem Weg, Gaby.' 'Mona, dich große Schwesternschlampe, dich hab ich schon lange in Verdacht, so, wie du mich anschaust, daß du eifersüchtig bist', höre ich von Gaby. Ich: 'Was - ich, eiferüchtig?' Gaby: 'Klar. Wenn du immer eins warst, dann eifersüchtig, Mona. Auf alle. Besonders aber auf mich. Weil mich jemand mag, von dem du auch gerne gemocht werden würdest. Stimmt doch, oder? Gerne würdest DU IHN auf DIR spüren. SEINEN Atem an deiner Haut. Wie ich IHN spüre. SEINEN Atem, auf mir. Wie ER mich berührt, Mona. An mir knabbert.' Ich: 'Paß auf, Gaby, Sonja könnte uns hören. Und Sonja könnt's dann Mutti erzählen, was du hier ...' Gaby: 'Und wenn schon, Mona. Denkst du, das ist wichtig? Ihr alle seid nicht wichtig. Nehmt euch ja in acht, daß ihr nicht Opfer werdet.' Ich: 'He, warum sollten Vati und Mutti nicht wichtig sein? Warum sollten wir alle Opfer werden?' Gaby: 'ER und ich, wir könnten über euch bestimmen. Sicher, daß wir ohne euch alle zurechtkämen. Weißt du, Mona, ER und ich, wir denken gerade da darüber nach. Und ob ich nicht dauerhaft zu IHM kommen soll. Schluß mit dem Versteckspielen. Ich, bei IHM. Weit und breit keiner von euch. Ich, weit, weit weg von hier. Nur ich. Ich mit IHM, Mona ...' Den Kopf schüttle ich, sage: 'Du bist verrückt, Gaby. Total durchgeknallt.' Gaby: 'Ich bin IHM wichtig, Mona. Ich alleine. Wer bist du denn schon, Mona? Von dir sagt er, dich nimmt er einmal hoch - und wirft dich weg.' Nach mir stößt Gaby mit dem Arm. Sehr heftig, der Stoß Gabys, daß ich aufschreie. Mit dem Rücken lande ich an der Wand, haue mir den Hinterkopf an. Aus der Nase schießt mir Blut. Gaby ist schnell weggelaufen, auf ihrem Zimmer zu verschwinden, weil sich die Küchentür öffnet.

 

 

 

 

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