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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 541

29. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Ts, Frau Gleibt.

Frau Ramona Gleibt: Der Rolladen, der war unten. Im Bett bin ich gelegen. Die widersprüchlichsten Gefühle haben in mir gekämpft. Beinahe schon Gewohnheit, daß ich doch wollte. Daß ich doch zu IHM hinunterwollte. Warum denn nicht die Wohnung meiner Eltern verlassen, die Treppe hinuntersteigen? Kurz zur Haustüre raus, ich wäre bei IHM. Bei IHM. In SEINEN Armen. Gehalten würde ich. Fest gehalten. Alles bekam ich von IHM. Was ich mir wünschte. Ich mir doch wünschte.

Detektei Umschau: Hört sich beinahe nach Liebe an, Frau Gleibt.

Frau Ramona Gleibt: Da bin ich im Bett liegend zusammengefahren. Weil, da war ein Kratzen. Ein Kratzen von Fingernägeln. An meinem Kunststoffrolladen. Minutenlang immer wieder. Und ich wußte, das war ER draußen. ER war zu mir hochgekommen. Dann klopfte ER an meinem Rolladen. Das Herz hat mir bis zum Hals geschlagen ... Bitte, können wir hier abbrechen. Sprechen wir morgen weiter, ja? Mir ist es echt zu viel ...

 

 

Fortsetzung des Gesprächs von Frau Ramona Gleibt mit Mitarbeitern der Detektei Umschau (Frau Agathe Setzer und Frau Regina Datz; die Diktiergerätaufzeichnung ins Reine getippt hat Frau Agathe Setzer):

 

Detektei Umschau: Heute ist der 01.12., abends um 19:12 Uhr in der Wohnung Frau Ramona Gleibts. Im ihrem Wohnzimer sitzen wir, Frau Agathe Setzer und Frau Regina Datz, Frau Ramona Gleibt gegenüber. Wovon Sie gestern zuletzt gesprochen haben, Frau Gleibt, war, daß Sie nachts Ihren Rolladen unten hatten. Sie sind auf Ihrem Zimmer in Ihrem Bett gelegen, haben gehört, wie an Ihrem Rolladen gekratzt und schließlich geklopft wurde. Im wievielten Stockwerk lebte Ihre Familie eigentlich?

Frau Ramona Gleibt: Im dritten.

Detektei Umschau: Und da wurde bei Ihnen am Rolladen gekratzt und geklopft? Und Sie, Sie sind nicht aus dem Bett aufgestanden, haben deswegen nichts unternommen? Etwa Vati, Mutti gerufen? Oder die Polizei?

Frau Ramona Gleibt: Nein. ER hat dann ja auch irgendwann aufgehört damit. Ist fort. Nur einschlafen konnte ich danach nur sehr schlecht. Im Bett habe ich mich herumgewälzt. Wenn Gaby in der Schule schlechter geworden war, wurde ich es auch damals. Weil ich oft tagelang übermüdet in die Schule gekommen bin.

Detektei Umschau: So richtig vorstellen können wir uns das nicht, Frau Gleibt. Sie behaupten, ER wäre oben bei Ihnen am Fenster gewesen, hätte da mit seinen Fingernägeln am Rollo gekratzt. Dann hätte ER leise gegen das Rollo geklopft. Oder auch laut geklopft. Obwohl Sie wußten, daß ER draußen war, Sie das Verlangen in sich spürten, IHM aufzumachen, haben Sie IHM nie aufgemacht. Verstehen wir das richtig?

 

 

 

 

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