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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 542

29. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Frau Ramona Gleibt: Ja.

Detektei Umschau: Das verstehen wir also richtig?

Frau Ramona Gleibt: Habe ich gesagt, ja.

Detektei Umschau: Fast nicht zu glauben.

Frau Ramona Gleibt: Was?

Detektei Umschau: Das, daß Sie IHM widerstehen. Sie IHM widerstehen konnten. Wenn wir Sie richtig verstehen, Frau Gleibt.

Frau Ramona Gleibt: Ja, ich habe IHM widerstanden. Ich habe das Rollo nicht hochgezogen. Ich habe IHM nicht geöffnet. Wochenlang.

Detektei Umschau: Wochenlang ...?

Frau Ramona Gleibt: Drei, vier Wochen. Dann war ich so weit, daß ich IHM das Fenster aufmachen wollte. Ich hatte mir alles überlegt. Ich konnte nicht mehr, ich war so weit. Das Verlangen in mir war stärker als alle Ängste ...

Detektei Umschau: Nach drei, vier Wochen dann, Frau Gleibt, waren Sie so weit, daß Sie ...?

Frau Ramona Gleibt: Sie finden komisch, was ich sage, nicht wahr? Eigentlich hätte ER schon lange bei mir drinnen sein müssen. Stimmt. So, wie ER bei Gaby war. Es ist mir selber unerklärlich, warum ich ... Weiß keinen rechten Grund, warum ER überhaupt auf irgendwas warten mußte, was mich anging. Vielleicht, wenn ich abends mal alleine weg-, ausgegangen wäre. Ein paar Momente unbeobachtete Momente, daß ich im Dunkeln unterwegs gewesen wäre. Vielleicht, daß es dann anders gewesen wäre. Daß, wenn ER mir unmittelbar gegenüber gestanden wäre, daß das meinen Widerstand sofort gebrochen hätte. Aber so ... So war IHM der direkte Weg zu mir verwehrt. Weil die Hemmungen, die ich an den Tag legte, dann doch noch größer waren als mein Verlangen.

Detektei Umschau: Tja ...

Frau Ramona Gleibt: Dann ist etwas vorgekommen. Daraufhin war Schluß mit SEINER Gegenwart vor unserem Wohnhaus. Ausgerechnet an dem Tag, als ich ... Der Tag, an dem ich entschlossen war, IHM das Fenster zu öffnen. Das hatte ich davon, weil ich meinen Mund nicht halten konnte. Und ich konnte ihn nicht halten. Noch Tage später habe ich mich beschimpft, wie ich nur so blöde sein konnte.

Detektei Umschau: Was denn? Zu wem haben Sie was gesagt, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Natürlich zu Gaby. Zu wem denn sonst.

Detektei Umschau: Was sagen Sie Gaby?

 

 

 

 

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