"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 544
30. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Das sagen Sie zu Gaby? Wie hat Gaby drauf reagiert?
Frau Ramona Gleibt: Fassungslos war ich, weil ich das zu Gaby gesagt habe. Warum sage ich das zu Gaby? Warum lasse ich mich dazu hinreißen? Ich meine, war ich blöd? Ich wollte IHM im Laufe des Abends oder der Nacht das Fenster aufmachen. Ich wollte, daß ER zu mir hereinkommt. Ich war bereit, IHN zu mir hereinzulassen, IHN bei mir zu empfangen. Und dann stehe ich Gaby am Gang gegenüber, blökt Gaby nur das, was Gaby sonst ständig blökt, und ich ... Ich kann das Wasser nicht halten ...
Detektei Umschau: Was hat Gaby gemacht?
Frau Ramona Gleibt: Ins Gesicht gesprungen ist Gaby mir nicht. Angestarrt hat Gaby mich. Immer mehr, daß Gaby ihre hämisches, herablassendes Grinsen zur Maske gefroren ist. Die Erkenntnis hat Gaby überwältigt, daß ich nicht ... Daß ich ihr die Wahrheit sage. Mit einem Schrei hat Gaby sich von mir abgewandt. Zur Wohnungstür ist Gaby, die Tür hat Gaby aufgerissen. Aus der Wohnung hinaus und hinunter ist Gaby gelaufen. Erst nach Mitternacht ist Gaby nach Hause gekommen, hat Mutti eine Kurznachricht geschrieben, und Mutti hat Gaby die Wohnungstür aufgemacht.
Detektei Umschau: Und - was war mit IHM? War ER nun nicht weiter Ihrem Fenster gegenüber am Gehsteig, Frau Gleibt?
Frau Ramona Gleibt: Nein. Damit war es schlagartig vorbei. Gaby muß IHN gefunden haben. Gaby muß bei IHM den richtigen Ton angeschlagen haben. ER war ab da nicht mehr meinem Fenster gegenüber am Gehsteig. ER ist nicht mehr dort rumgestanden. Was mich anging, war ER fort. Den Rolladen hatte ich oben, die Vorhänge auseinandergezogen; das Fenster von meinem Zimmer war trotz der Kälte nur angelehnt. ER hätte also ohne jedes Problem zu mir ins Zimmer hereinkommen können. Beinahe jede Stunde bin ich bei mir ans Fenster getreten. Aber, da war niemand mehr, der für mich aus den Schatten unten ins Licht der Straßenlampe trat. Da konnte ich schauen so lange und so viel ich wollte, da war keiner da.
Detektei Umschau: Und wie ist es zwischen Gaby und Ihnen daraufhin weitergegangen, Frau Gleibt?
Frau Ramona Gleibt: Derselbe Spaß, den ich schon einmal hatte, hat wieder angefangen. Ich mußte aufpassen, was ich aß. Wo ich hintrat. Mal waren kleine Glassplitter in meinem Joghurt-Müsli. Daß Mutti das Müsli in den Supermarkt zurückgebracht hat.
Detektei Umschau: Glassplitter in Ihrem Müsli?
Frau Ramona Gleibt: Hätte Gaby das Glas feiner zermahlen, wäre ich vielleicht heute tot.
Detektei Umschau: Hat Gaby aber nicht ...
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