"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 547
31. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detekei Umschau: Und - was war das 'Besondere'? Von was hat Gaby gesprochen?
Frau Ramona Gleibt: Keine Ahnung. Nur wenige Tage drauf war Gaby so schwach und krank, daß Gaby kaum mehr alleine ihr Bett verlassen konnte. Ob im Krankenhaus. Oder bei Mutti, Vati daheim. Das Krankenbett ist Gabys Königreich geworden. Wenn Gaby alleine aufs Klo konnte, war das schon stark.
Detektei Umschau: Ja ...?
Frau Ramona Gleibt: Lassen Sie mich bitte das von vorhin schnell zu Ende erzählen. Das war noch nicht alles, was Gaby gesagt hat. So offen hat Gaby mir gedroht, wie das Gaby vorher noch nicht gemacht hat. Gaby sagt: 'Ich bin von uns beiden die Hochgestellte, Mona. Nur ich. Das bleibt festzuhalten: Im besten Fall bist du meine Schwester. Aber doch NUR meine Schwester ... Sonst bist du nichts. Nur meine Schwester. Eigentlich sollte ich zu IHM sagen, Mona, daß ER doch einmal zu dir kommen soll. Ja, Mona, das sollte ich eigentlich. Einmal, das könnte schon für dich reichen. Muß ja nicht sein, daß ER das bei einer öfter macht. Daß ER zu dir kommt. Auch einmal reicht. Ein einziges Mal, Mona. Nur ein einziges Mal. Dann, Mona, dann ... He, Mona, dann haben wir einen Trauerfall in der Familie. Was willst du? Willst du ein Begräbnis? Oder willst du eine Urne? Deine Asche in einer Urne? Du, zu Asche verbrannt, Mona ... Ah, darüber muß ich nachdenken, große Schwester. Darüber muß ich wirklich nachdenken. Daß ich die Idee nicht schon vor Wochen hatte ...? Was soll's? Dafür habe ich sie jetzt, Mona. Vielleicht sage ich demnächst zu IHM, daß ER zu dir kommen soll, große Schwester. Aber nur ein einziges Mal. Ein einziges Mal, daß ER das darf. Einmal. Einmal bei dir. Dann wäre das Problem mit dir ein für allemal erledigt, Mona, denke ich. Wenn ER in SEINEM Hunger nicht innehält, Mona ... Wenn ER ...' Sardonisch, wie Gaby mich angrinst. Wirklich, so ein gehässig böses Grinsen. Eiskalt. Bösartig. Eiskalt ist es mir den Rücken hinuntergelaufen. Das war kein Spaß, keine leere Drohung, was Gaby da daherredete. Ich wußte, daß mir das geschehen könnte. Vorbeigelaufen bin an Gaby. Jetzt wollte Gaby mir den Weg nicht mehr verstellen. In meinem Rücken höre ich Gabys boshaftes Gelächter. In mein Zimmer bin ich gelaufen, habe hinter mir abgesperrt. Den Rolladen meines Fensters habe ich heruntergemacht. Zitternd bin ich angsterfüllt auf meinem Bett gelegen. Abhauen wollte ich von daheim, mein Konto plündern, irgendwohin verschwinden, wo mich keiner finden könnte. Aber, es war bereits abends. Da war zu befürchten, daß ich aus dem Haus rauslief und ... IHM in die Arme. Also bin ich auf meinem Zimmer geblieben. Wußte nicht, was ich sonst hätte machen sollte. Wahnsinn. Wahnsinn. Bitte, können wir jetzt abbrechen ...? Würden Sie bitte meine Wohnung verlassen, jetzt, auf der Stelle. Morgen rufe ich Sie an. Oder übermorgen.
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