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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 556

5. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Frau Sonja Gleibt: Ramona ist Ihnen gegenüber viel zu vertrauensselig gewesen. Trotzdem werden wir durch unseren Anwalt prüfen lassen, ob wir gegen die Detektei Umschau nicht ein Verfahren zur Unterlassung einleiten können. Das heißt, ob Ihnen von der Detektei Umschau verboten werden kann, die Gesprächsmitschnitte, die sie im Beiseins Ramonas angefertigt haben, an Dritte weiterzugeben. Ramona möchte das nämlich nicht, daß fremde Menschen, zum Beispiel Ihr Auftraggeber, Frau Datz, hören, was sie, Ramona, bei den Sitzungen mit Ihnen im guten Glauben dahergeredet hat. Am liebsten wäre es Ramona, Sie würden die Aufnahmen unverzüglich löschen, und uns eine notarielle Versicherung zukommen lassen, daß die Detektei Umschau auf die Anfertigung von Kopien verzichtet hat. Daß die Detektei Umschau nichts an Ihren Auftraggeber weitergeleitet hätte.

Detektei Umschau: Ich kann nur wiederholen, Frau Gleibt, Ihre Tochter Ramona hat darin eingewilligt, daß wir das Diktiergerät einschalten und mitlaufen lassen dürfen. Sonst hätten wir nicht auf den Einschaltknopf gedrückt. Einige abendliche Unterhaltungen mit Ihrer Tochter Ramona und uns hat es gegeben, Frau Gleibt, und Ihre Tochter Ramona hat uns, Mitarbeiterinnen der Detektei Umschau, jedesmal bei den Vorbereitungen zugeschaut. Ramona hat darauf gewartet, bis alles bereit war. Dann haben wir eingeschaltet, Ramona hat erst mit dem Sprechen angefangen. Nie hat Ramona plötzlich davon gesprochen, wir sollten das mitlaufende Gerät ausschalten. Wir denken, Frau Gleibt, wir von der Detektei Umschau sind in der Angelegenheit auf der sicheren Seite.

Frau Sonja Gleibt: Das denken Sie. Das werden wir dann ja sehen. Auf alle Fälle sollten sie die aufgezeichneten Aufnahmen nicht an Ihren Auftraggeber weitergeben. Das verbietet sich Ramona. Das Beste, Einfachste wäre es, Sie würden jetzt sofort mündlich zusichern, daß Sie die Mitschnitte löschen, Frau Datz.

Detektei Umschau: Heute vormittag haben Sie, Frau Gleibt, noch anders geklungen. Als wir anriefen, haben Sie gesagt, daß Sie abends mit uns sprechen wollen. Gesprochen haben Sie außerdem davon, daß wir Sie auch zum Tod Ihrer Tochter Gabrielle befragen dürften.

Frau Sonja Gleibt: Na schön, das habe ich. Werde ich Ihnen also etwas sagen. Meine Tochter Gabrielle ist mit fünfzehneinhalb Jahren in dem privaten Klinikum, in dem wir Gabrielle einen Monat vor ihrem Ableben unterbringen haben lassen, auf der Intensivstation an Leukämie gestorben. Das heißt, Gabrielle hatte Blutkrebs. War unheilbar daran erkrankt. Am Ende ging alles bei Gabrielle ganz schnell. Für Gabrielle konnte nichts mehr getan werden. Leider waren für die Krankenhausärzte die ersten Monate die Krankheit nur schwer diagnostizierbar. Gabrielles Körper hatte nur an bestimmten Tagen Probleme mit der normalen Blutbildung. Auch hatte Gabrielle von jeher eine starke Regelblutung. Dann gab es Wochen, war bei Gabrielle alles wieder ganz normal. Als wäre Gabrielle gesund. Bis sich die nächsten Vorfälle ereigneten, die darin gipfelten, daß Gabrielle anämisch ins Krankenhaus gebracht werden mußte.

 

 

 

 

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