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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 575

11. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Herr Johann Gleibt: Ah, Gaby war fit. Wieder normal fit. Nicht so, wie am Bauernhof der Strauchingers am Schluß. Meine Frau und ich, wir fanden das komisch. Weil, wir fuhren ja zu den Strauchingers auf den Hof, machten Ferien am Bauernhof, damit die Familie aus der Stadt rauskam, Kraft tankte. Ein bißchen mehr Grün sehen als nur den Stadtpark. Echte Tiere, Blumen, nicht nur als Dokumentation, wenn der Fernseher an war. Das war immer die Idee hinter unserem jährlichen Ferienaufenthalt bei den Strauchingers. Hatte meinen Töchtern ja eigentlich bis dahin jedes Jahr immer gefallen, auch wenn sie ziemlich früh für die Stallarbeit aus den Betten mußten. Auch Ramona kam immer noch mit, die Ältere. Was nicht mehr so selbstverständlich war. Ramona war damals immerhin schon siebzehneinhalb, hatte sich vom nächsten Freund getrennt. Plötzlich war es aus mit dem Schnösel. Obwohl Ramona und der Pläne geschmiedet hatten, zu zweit im Zug kreuz und quer durch Europa zu reisen.

Detektei Umschau: Ab wann merkten Sie, daß an Ihrer Tochter Gaby wieder etwas verändert war?

Herr Johann Gleibt: Das neue Schuljahr damals hatte angefangen. Bis in den November hin war bei Gaby alles ein Zeitlang  in Ordnung. Dann war im November irgendwas. Anfang November bemerkte Soni auf, daß Gaby bleich im Gesicht war, wenn sie an den Frühstückstisch kam. Wenn. Und daß Ramona Gaby verschärfter im Auge hatte. Bei jeder Kleinigkeit hatten Ramona und Gaby sich in den Haaren, zickten sich plötzlich an. Als wäre Ramona auf Gaby eifersüchtig. Als hätte Ramona und Gaby einen gemeinsamen Freund, den jede für sich wollte. Reden wollten aber weder Ramona noch Gaby darüber. Es fing an, daß Gaby nach der Schule fast täglich Freundinnen besuchte. Ich meine, Ramona hätte doch auch nicht jeden Tag pünkllich nach der Schule heimkommen müssen. Solange wir, Soni und ich, ihre Eltern, wußten, wo die beiden waren, war alles in bester Ordnung. Ab November besuchte Gaby fast täglich bis acht, neun, halb zehn Uhr am Abend ihre Freundinnen.

Detektei Umschau: Dann kam es in den Weihnachtsferien zu einem richtigen Zusammenbruch Gabys, nicht wahr?

Herr Johann Gleibt: Ja. Gaby mußte im Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren werden. Irgendwas war mit den Regelblutungen bei Gaby nicht in Ordnung, fanden die Ärzte. Irgendwas stimmte da nicht. Während Gaby zu viel blutete, hatte Gaby eine schlechte Blutbildung. Das änderte sich trotz Blutbildungspräparaten und Eisentabletten, die Gaby schlucken mußte. nur wenig. Das Ganze gipfelte dann darin, daß die Krankenhausärzte Soni und mir mitteilten, daß bei Gaby eine akute Leukämie festgestellt wurde. War nur schwer für Soni und mich nachvollziehbar, wie und warum. Nachdem weder Soni noch ich, keiner von uns etwas Ähnliches in der Familie hatte. Kein Fall in unserer näheren Verwandtschaft. Aber bei Gaby war das so und so. Das Krankheitsbild verschwand dann wieder eine Zeitlang bei Gaby. Allerdings nur, um bei Gaby schlimmer wie zuvor auszubrechen.

 

 

 

 

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