"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 576
11. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Es soll zu seltsamen Vorkommnissen gekommen sein. Woran erinnern Sie sich, Herr Gleibt?
Herr Johann Gleibt: Ich weiß, worauf Sie hinauswollen. Der Mann da am Bild ...
Detektei Umschau: Genau der. Das müssen Sie doch irgendwann mitbekommen haben, daß dieser Mann bei Ihnen um das Wohngebäude herumschleicht. So was müßte in der Nachbarschaft aufgefallen sein. Einer im Trenchcoat, mit Hut, der da nachts um die Häuser schleicht ...
Herr Johann Gleibt: Eigentlich nicht. Tut mir leid. Ramona hat zu Soni, also Mutti, und mir, zu der Zeit mal gesagt, daß wir doch mal zu Bewußtsein kommen hätten müssen. Daß Gaby zwar nachmittags ihre Freundinnen besucht hat. Daß Gaby sich dann aber abends mit einem getroffen hat. Mit ihm, dem im Wald. Dem aus der Erdboden. Daß er, er und Gaby ...
Detektei Umschau: Was haben Sie zu Ramona gesagt ...?
Herr Johann Gleibt: Fast ständig haben Ramona und Gaby sich gestritten. Am Schluß war Soni und mir das fast zu krass. Ach, übrigens: daß Gaby eine Beziehung zu so einem Menschen unterhalten könnte - bitte, hätten Sie das geglaubt, wäre das Ihre Tochter? Soni und ich, wir hatten als Eltern keinen handfesten Beweis. Wir wußten nur, daß Gaby und Ramona sich haßten. Ich und Soni, wir überlegten, ob ich Ramona nicht doch helfen sollte, eine Wohnung zu finden ... Oder Ramona zur Oma ... Achtzehn war Ramona immerhin im Januar.
Detektei Umschau: Er war doch bei Ihnen in der Wohnung, oder? Wissen wir von Ramona, was sich abgespielt hat ...
Herr Johann Gleibt: Ja, erinnere mich gut an jene Nacht. Gaby war im Krankenhaus. So halb, dreiviertel ein Uhr nachts war es. Da war er bei uns in der Wohnung. Da haben Sie recht. Mitten in der Nacht. Ich hatte im Schlafzimmer was gehört. Ich bin aufgestanden. Sonja war am Gang, Soni ist hinter mir hinterdreingekommen. Gezittert hatte Soni, Sonja beißt sich die Knöchel her. Hinter Ramonas Türe war was los. Gerede. Geschrei. Ein Mann, hat gemein mit Ramona gesprochen. Habe ich mir nicht allzu lange angehört, habe die Türklinke gedrückt, gemerkt, daß die Zimmertür offen war. Die Tür habe ich aufgerissen. Bin hineingestürmt in Ramonas Zimmer. Vorm offenen Fenster stand diese Type, die da auf dem Bild. Trenchcoat, Strohhut am Kopf. Sofort bin ich mit Geheul auf ihn losgestürzt. Er hat mich hochgehoben als wäre ich nichts für ihn. Er hat mich Richtung Ramonas Bett mit dem Rücken gegen die Wand geworfen. Dann weiß ich nichts mehr. Sonja hatte mit ihrem Phone die Polizei gerufen, die brauchte der Mann nicht. Schnellstens war er am Fensterbrett oben, hat sich hinausgeschwungen. Ich meine, wir wohnten nicht Parterre. Wir wohnten im dritten Stock. In den dritten Stock ist die Polizei ist dann zu uns hochgekommen. Interessiert haben die Polizisten mich, Soni, Ramona und Sonja betrachtet, als wären wir ein Haufen aufgeschreckter Hühner. Unsere Geschichte hat komisch in ihren Ohren geklungen. Ein Mann, bei uns in der Wohnung im dritten Stock. Er läuft nicht zur Tür raus, sondern nimmt nachts gegen eins den Weg zum Fenster raus. Im Düster hangelt er sich über die Hausfassade fort ... Klingt doch übel nach Schwachmatte, oder?
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