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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 577

12. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Könnte man so sehen, ja.

Herr Johann Gleibt: Ich finde das durchaus kein Ding der Unmöglichkeit. Ganz dunkel war es nicht. Ist es ja eigentlich nirgends in der Stadt. Außer, es ist Stromausfall. Er konnte sich sicher gut genug orientieren, um nicht abzustürzen. Sagen wir, er hätte sich die Hauswand tagsüber ausgeguckt. Der Rest läuft so oder so über das Tastgefühl und die Kraft in den Fingern. Ein Fassadenkletterer, der auch bei Nacht ...

Detektei Umschau: Trotzdem bleiben da Fragen. 

Herr Johann Gleibt: Keine Ahnung, was der nötig hatte. Wären meine Frau und ich nicht dazwischen gekommen, hätte er Ramona mit Sicherheit was angetan. So verkommen, wie ich gehört habe, daß der dahergeredet hat. Steigt bei Leuten zum Fenster rein, der Mann. Nimmt sich, was er will. Gibt man es ihm nicht freiwillig, nimmt er es sich mit Gewalt. Die Polizisten hätten wirklich nicht so zu gucken brauchen. War schon öfters in der Zeitung gestanden, daß welche nachts durchs Fenster in Wohnungen eindringen ... Auch Stockwerke höher. Nichts hält sie ab.

Detektei Umschau: Tja. Die Polizei war in der Wohnung Ihrer Familie, sonst brachte das kein Ergebnis?

Herr Johann Gleibt: Nein. Wir gaben eine Personenbeschreibung. Sagten aus, woher wir den bereits kannten. Damit hatte es sich.

Detektei Umschau: Keine Fahndungserfolge? Nicht mal eine Festnahme?

Herr Johann Gleibt: Nein. Nichts. Meine Tochter Ramona ist nach Ende des Schuljahres zu Sonis Mutter umgezogen. Ihrer Oma mütterlicherseits. Und Gaby, Gaby verbrachte die ganzen Sommerferien in einer Privatklinik. Schon komisch. Immer ist Gaby sehr erholt heimgekommen, nachdem sie im Krankenhaus war. Nur ein paar Tage wieder daheim, ging es Gaby wieder so dreckig, daß sie mit dem Rettungswagen abgeholt werden mußte. Dann teilten die Klinikärzte mir und Soni Ende Dezember mit, daß der letzte Versuch einer Chemo bei Gaby fehlgeschlagen war. Frei würden sich die Krebszellen in Gabys Körper vermehren. Trotzdem erholte Gaby sich noch mal, konnte ein paar Tage kurze Tage herumlaufen. Sogar Sylvester hat Gaby bei uns, ihren Eltern, verbracht. Auf eigenem Wunsch. Sylvester, das war zu viel für Gaby. Nach Mitternacht und dem Sylvesterfeuerwerk haben Leute Gaby auf dem Hinterhof zwischen den Mülltonnen gefunden. Gaby hatte anscheinend schnell mal müssen, sich dort niedergehockt, da hatte es bei ihr wild rauszubluten angefangen. Der Kreislauf war Gaby zusammengebrochen. Drei Wochen hat Gaby ab da noch im Dämmer gelebt, ist auf der Intensivstation des Krankenhauses gelegen. Angeschlossen an die Beatmungsmaschine, vollgepumpt mit Nährlösungen und Schmerzmitteln. Ein langes Sterben bei Gaby. Ein langes Sterben. Bis die Ärzte die Maschinen abschalteten. Fünfzehneinhalb war Gaby erst.

 

 

 

 

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