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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 587

15. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Erst schien es Herrn Berthold Tähl und den Verwandten von Herrn Tähl, Beppi beziehungsweise Herr Josef Greitel wäre anders als die anderen, die immer um Babsy Tähl herumschlawinerten. Herr Josef Greitel ließ sich auch Zeit mit Babsy, oder Herr Josef Greitel hatte noch nicht recht die Zeit für Babsy Tähl. Nichtsdestoweniger, Herr Josef Greitel stellte sich am Schluß als der Schlimmste von allen heraus.

Natürlich fing Herr Josef Greitel an, Babsy Tähl zu lieben, aus der körperlichen Sicht gesehen. Nach einem dreiviertelten Jahr kam es vor, daß Herr Josef Greitel Babsy abends fast täglich mit sich im Auto mitnahm. Mit Babsy irgendwohin hinfuhr, ausging. Erst früh morgens brachte Herr Josef Greitel Babsy wieder nach Hause. Tagsüber, stellte Herr Berthold Tahl, Babsys Vater fest, war Babsy sehr verwirrt. Dinge fielen Babsy aus der Hand. Oder Babsy stand rum, wie ein ausgeschalteter Roboter. Für Herrn Berthold Tähl ergab sich trotzdem kein eindeutiges Bild; Sorgen machte Herr Tähl sich zu der Zeit irgendwie keine.

Was Babsy erlebte, von dem erzählte Babsy ihrem Vater Berthold Tähl kaum mehr was. Herr Berthold Tähl erfuhr überhaupt Oberflächlichkeiten, was Babsy denn nachts an der Seite Beppis auf Rolle trieb und was Babsy eigenlich so verstörte, durcheinanderbrachte. Nur eines fiel Herrn Berthold Tähl von Mal zu Mal auf: Herr Josef Greitel war ihm, Herrn Berthold Tähl, gegenüber kurzangebunden, kam nur noch selten zu ihm ins Haus hinein. Wenn Herr Josef Greitel nach seiner Ankunft mit seinem Protzauto auf dem Hof schon mal von der Haustüre her nach Babsy schrie, wirkte die Schreierei ungeduldig, Marke Befehlston. Als könnte Herr Josef Greitel, erschiene Babsy nicht, ins Gebäude hineinmachen, um mit ein paar Maulschellen für Babsy dafür zu sorgen, daß Babsy hinaus- und mit ihm mitkäme. Herr Berthold Tähl fand, das sollte Greitel mal machen; Babsy wäre doch nicht Greitels Hündchen.

 

Schließlich passierte es, Babsy, kurz erst sechzehn Jahre alt geworden, kam nicht wieder nach Hause. Einen Tag, zwei Tage, drei Tage.

Herr Berthold Tähl begab sich auf die Suche nach Beppi. Herr Josef Greitel war für Herrn Berthold Tähl nirgends aufzutreiben. Im Tabert-Haus war Herr Josef Greitel nicht anzutreffen, wußte anscheinend niemand etwas vom Verblieb 'Beppis'. Auch in seiner Stadtwohnung war Greitel nicht.

Herr Berthold Tähl schaltete wegen Babsy die Polizei ein. Die Fahndung der Polizeibeamten war erfolgreich, zumindest, was Herrn Josef Greitel anbetraf. Herr Josef Greitel war bei den Beamten alles andere als schweigsam. So erfuhren die Polizisten, daß er mit Babsy Tähl zusammen regelmäßig die Swinger-Klubs der Umgebung abklapperte. Von früh abends bis in den frühen Morgen hinein.

Für ein paar Tage anfangs war alles nur Spaß. Dann artete die Geschichte darin aus, daß Herr Josef Greitel, herumtelefonierte oder mit Babsy im Wagen vorfuhr, schaute, wo in einem Klub Frauenmangel herrschte. Für die Anwesenheit Babsys im Sex-Klub verlangte Herr Josef Greitel Geld.

 

 

 

 

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