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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 590

16. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Herr Josef Greitel leugnete in der Gegenwart seines Anwalts standhaft, Babsy Tähl für eine Fixsumme an irgendwelche Großstadtzuhälter, die er kontaktiert hätte, verkauft zu haben. Babsy Tähl war ihm, Josef Greitel, aus dem Klub Rosa entführt worden; ehe er, Greitel, Babsy Tähl heim zu ihrem Vater Berthold Tähl fahren hätte können, wie es ursprünglich Josef Greitels Absicht war.

Dann passierte der dritte Dezember. Der dritte Dezember, der Todestag Josef Greitels.

Auf drei angespitzte Pfähle aufgesetzt, starb Herr Josef Greitel auf einer Waldlichtung nahe von Geiersdorf eines überaus grausamen Todes. Was entweder ein Ritualmord gewesen sein konnte. Oder eine Hinrichtung. Eine, die an Geschehnisse aus dem tiefsten Mittelalter erinnerte, als Pfählungen und dergleichen mehr ein Mittel der Bestrafung waren.

Natürlich erfuhr die Kriminalpolizei von den schlimmen Drohungen, die Herr Berthold Thäl gegen Herrn Josef Greitel ausgesprochen hatte. Herr Berthold Tähl wurde auf seinem Bauernhof besucht und befragt.

Jedoch hatte Herr Berthold Tähl für den ganzen dritten Dezember ein Alibi.

Herr Berthold Tähl war auf einer Hochzeitsgesellschaft. Elizabeth, die Tochter von Herrn Berthold Tähls Tante Gisela heiratete.

Tante Gisela bestätigte, daß Herr Berthold Tähl vom zweiten bis zum vierten Dezember bei ihr im Haus weilte. Die ganze Zeit, meinte die Frau. Ihr Haus hätte Herr Berthold Tähl auch über Nacht nicht verlassen. Wäre auch nur schlecht möglich gewesen, so schwer betrunken war Herr Berthold Tähl am Vorabend der Hochzeit. In seinem Zustand wäre Herr Berthold Tähl zu einhundert Prozent nirgendwo hingefahren.

Man muß sagen, es gab bei Herrn Berthold Tähl eine Hausdurchsuchung. Die Spurensicherung war bei Herrn Berthold Tähl am Hof. Alles war bei Herrn Berthold Tähl auf dem Kopf gestellt worden. Dabei konnte nichts gefunden werden, was einen Hinweis darauf gab, daß Herr Berthold Tähl irgendwas mit dem Tod Herrn Josef Greitels zu tun haben könnte.

Vielleicht, daß ein gewisser Verdacht gegen Herrn Berthold Tähl immer weiterbestand, aber etwas Handfestes war gegen Herrn Berthold Thäl nicht in die Hand zu bekommen. Jemand anderes mußte Herrn Josef Greitels Mörder sein.

 

Am zwanzigsten Januar erhielt die lokale Polizeibehörde überraschend einen anonymen Anruf.

Bei Herrn Berthold Tähl im Werkzeugschuppen stünde eine große Trödelkiste. Wenn man die Kiste wegschieben würde, könnte man entdecken, daß mehrere der hölzernen Bodenbohlen schon sehr locker wären. Dort sollten die Leute von der Polizei mal drunter nachschauen, ob sich dort nicht irgendwas finden ließe.

Das sprach der Anrufer, legte auf.

 

 

 

 

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