"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 591
17. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Selbstverständlich fuhren Polizeiwägen bei Herrn Berthold Tähl vor. In den Werkzeug- und Geräteschuppen am Bauernhof von Herrn Berthold Tähl wurde zusammen mit Herrn Berthold Tähl, der bereitwillig aufsperrte, hineingeschaut.
Natürlich existierte die große Holzkiste, von der die anrufende Partei gesprochen hatte. Weggeschoben wurde die Kiste. Nach den Bodenlatten geschaut.
Eigentlich waren die hölzernen Latten fest. Trotzdem ließen sich, nachdem Herr Berthold Tähl half, drei der Querlatten lösen.
Ein hübsches Versteck präsentierte sich den Polizeibeamten. Aus dem eine blaue Mülltüte hervorgeholt wurde, in die gelbe Gummistiefel hineingepackt waren. Ein säuberlich zusammengelegtes Kleidungsstück, das sich als gelblicher Trenchcoat herausstellte. Ein Handgelenkskettchen, an dem am Schließplättchen die Initialen J. G. zu lesen waren, J. G., wie Josef Greitel. Eine Schatulle mit mehreren obskuren Bücher über die Inquisition, Hexenverbrennungen und mittelalterliche Geheimbünde. Eines der Bücher hieß 'Gepfählt', war mit besonders anschaulichen Holzstichen versehen. Eine Vielzahl von Bildern am Hinterteil aufgespießter Menschen und desgleichen mehr. Zu guter Letzt ein auseinandergenommenes Gewehr, in ein Samttuch eingewickelt, Plastik und Schnüre drumherum.
An den gelben Gummistiefel entdeckten die Mitarbeiter des Polizeilabors getrocknete Erde, dieselbe Erde wie die auf der Waldlichtung, die der Hinrichtungsort für Herrn Josef Greitel war.
Am schäbig gelben Trenchcoat fanden sich Haare, die eindeutig Herrn Josef Greitel zuzuordnen waren. Aber auch von Herrn Berthold Tähl stammten einige Haare.
Müssen wir erwähnen, daß die Füße Herrn Berthold Tähls groß genug waren, daß die Gummistiefel ihm paßten? Auch der Trenchcoat kleidete Herrn Berthold Tähl, daß ihm keiner der Ärmel auffällig zu kurz oder zu lang war.
Außerdem konnte plötzlich Herrn Berthold Tähls Alibi erschüttert werden. Das heißt, es gab bei Herrn Berthold Tähl ein Zeitfenster, das ihm die Untat ermöglicht hätte. Die Möglichkeit, daß Herr Berthold Tähl doch eine Zeitlang nicht auf der Hochzeitsgesellschaft war. Zudem gab es die Information, daß Herr Berthold Tähl ein hübsches Quantum an Alkohol vertragen konnte. Ohne daß bei Herrn Berthold Tähl auf Trunkenheit geschlossen werden konnte.
Mit den Beweisen gegen ihn konfrontiert, legte Herr Berthold Tähl überraschend ohne viel Firlefanz ein ausführliches Geständnis ab. Es schien, daß, weil die Beweise gegen ihn, Berthold Tähl, erdrückend waren, alles Wissen aus Herrn Berthold Tähl heraussprudeln müßte.
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