"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 592
17. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Phantasievoll beschrieb Herr Berthold Tähl, wie er die hölzerne Pfähle per Hand in den Erdboden trieb. Wie er, Berthold Tähl, Herrn Josef Greitel vom Boden hochwuchtete, über den Kopf hob. Um den Oberkörper Josef Greitels auf die Pfähle zu spießen.
Gewichtheben, kein Ding der Unmöglichkeit bei Herrn Berthold Tähl. Herr Berthold Tähl war schwere körperliche Arbeit gewohnt. Ein sehr robuster Mann. In der Vergangenheit konnte Herr Berthold Tähl gut schwerste Sachen ganz alleine durch die Gegend hieven.
Mit dem Eingeständnis, die Untat an Herrn Josef Greitel begangen zu haben, Herr Doktor Weil-Esch, ist nun für Polizei und regionale Öffentlichkeit der Fall Pfählung Josef Greitel abgeschlossen. Jetzt steht für die Bevölkerung nur noch die Gerichtsverhandlung an. Auf die wird man jedoch nicht allzu lange warten müssen.
Thomas und Regina, Mitarbeiter der Detektei Umschau, haben letzten Freitag Frau Gisela Tähl aufgesucht, die Tante von Herrn Berthold Tähl. Frau Gisela Tähl hat uns von der Detektei Umschau bereitwillig ihre Türe aufgemacht. Und sehr gesprächig war Tante Gisela Thomas und Regina gegenüber.
Frau Gisela Tähl hatte Verständnis für die Wut Bertholds. Klar hatte Berthold öfters rumerzählt, er würde Josef Greitel umbringen, wenn er ihn die Finger kriege. Nur eins störte Frau Gisela Thäl am Tod Josef Greitels, und zwar die Tatsache, daß Berthold sich ausdenken sollte, Josef Greitel auf Pflöcke aufzuspießen? So was paßte nicht zu Berthold. Viel eher hätte Berthold Josef Greitel bei einer Begegnung das Gedärm aus dem Leib geschlagen und getreten.
Sie, Tante Gisela, hätte überdies gewußt, daß Berthold noch irgendwo ein altes Gewehr von seinem Vater versteckt hatte. Mit dem hätte Berthold gut schießen können.
Nur, solche Art amerikanische Regenmäntel, wie die Polizei sie in dem Schuppenversteck gefunden hätte, die hätte Berthold nie getragen. Nie. Daß Berthold so einen Mantel, einen Trenchcoat, überhaupt besaß, das zu erfahren, war eine Überraschung für Tante Gisela.
Regnete es, warf Berthold sich so durchsichtige Regenhäute aus Plastik über.
Die Gummistiefel hätten Berthold auf der Polizei allerdings wie angegossen gepaßt; auch der Mantel hatte genau seine Größe. Irgendwie mußte Berthold also doch diese Einfälle gehabt haben. Hatte ja auch alles gestanden, Berthold. Ließ sich nicht von der Hand weisen: Die Haare waren die Bertholds und die dieses Greitels. Vielleicht war es richtig von ihr, Tante Gisela, auszusagen, daß Berthold doch für zwei, drei Stunden nicht im Haus bei den Hochzeitsleuten zu finden war. Obwohl sie, Tante Gisela, sich fragte, mit welchem Auto Berthold weggefahren wäre. War doch ein Risiko, einen Autoschlüssel zu stehlen. Hätte Berthold sich sicher sein können, daß man ihm auf die Spur käme, hätte einer gemerkt, daß ihm der Schlüssel für sein Auto fehlte.
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