"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 60
7. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Manuela: 'War wirklich unglücklich, nachdem wir uns getrennt hatten. Kann mich erinnern, daß ich ein paar Tage oft viel geweint hab', weil du und ich, wir auseinander waren. Hätte nicht sein müssen, daß wir uns trennen. Wirklich nicht.'
Ich: 'Du wolltest dich von mir trennen. Ich wollt', daß es so bleibt, wie's war.'
Manuela: 'Nein, du hast dich von mir getrennt. Vorher schon.'
Ich: 'Du bist nicht mehr rangegangen, wenn ich dich angerufen hab'. Hab' ich bei dir daheim angerufen, war entweder deine Schwester oder deine Mutter dran. Die haben gesagt, du wärst nicht daheim. Und wenn ich dich mal wo gesehen hab', hattest du immer 'nen neuen Kerl dabei ... Oder du hast sofort die Straßenseite gewechselt, wenn du gesehen hast, daß ich daherkomme. War nichts, viel mit dir zu reden. Alles hast du sofort abgewürgt, kaum daß ich dich wo angeredet hab'.'
Manuela: 'Tut mir leid! Wirklich. Aber ich hatte meine Meinung. Eine andre wollte ich nicht haben. Hab' auch nie was davon mitbekommen, daß du Dinge anders hättest machen wollen als so, wie du sie gemacht hast. Ein-, zweimal hab' ich dich in voller Uniform am Bahnhof auf den Zug warten sehen. Bist abgereist, um wieder in deine Kaserne zu kommen, oder?'
Ich: 'Ich war in ein paar Kasernen. Mußte damals oft lange Strecken im Zug fahren. Hab' viel Landschaft gesehen. Fast monatlich, daß ich versetzt worden bin. Solange ich Uniform getragen hab'. Nur die Wochen der Grundausbildung war ich fest wo. Die viele Reiserei hat mir aber nie viel ausgemacht. Andere hätten das nicht so gern gehabt, Einspruch dagegen eingelegt ...'
Manuela: 'Siehst du! Was du mir gerade erzählst, das wäre nicht gut für uns beide gewesen. Hätten wir uns nicht getrennt, wäre das sicher zwangsläufig irgendwann gekommen, daß wir uns trennen. Einen vielleicht ein-, zweimal im Monat kurz übers Wochenende zu sehen, mit einem mehr zu telefonieren, als ... So was hat meiner Meinung nicht viel mit Liebe zu tun. Und ich hatte nach dir auch schnell wieder einen neuen Freund. Hat keine Woche gedauert. Kaum hab' ich rumgeschaut, hatt' ich schon wieder einen. Weißt ja, ich hatt' auch schon vor dir den einen oder andern. Mußt' echt nicht lange darauf warten, was einer will, wenn der Sachen will, die ich nicht will.'
Hm, hm, Tagebuch, haben wir so geredet, Manuela und ich?
Haben Manuela und ich das zueinander gesagt?
Inhaltlich, meine ich, müßte das ungefähr in der Weise hinkommen.
Oder, Tagebuch, bin nur ich das, der hier redet?
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