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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 640

5. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Frau Uschke: Wenn Sie es in dem Gesprächsprotokoll erwähnen wollen, müssen Sie es erwähnen. Stört mich aber nicht. Nur, daß mir das ganze Haus gehört, das teile ich nach Möglichkeit nicht jedem mit. Die, die in den Wohnungen wohnen, kommen zwar zu mir runter, läuten bei mir an der Wohnungstüre. Das aber, weil sie denken, daß ich irgendwie dazu angestellt bin, daß ich mir ihre Probleme anhöre, sie weiterleite. Ich sage dann auch, daß ich der Firma Bescheid gebe, die im Wohnhaus für die Hausmeisterarbeit verantwortlich ist. Die werden so bald wie möglich vorbeikommen, sich drum kümmern. Die Reparatur ausführen, Schäden behaben. Tatsächlich habe ich einen Vertrag mit einer Servicefirma, die Hausmeisterarbeiten übernimmt. Brauche nur anzurufen. Wenn andererseits jemand direkt was vom Vermieter möchte, sich über irgendwas oder -jemanden im Haus beschwert, sage ich, daß ich dem Vermieter seine Adresse kenne. Ich werde dem Vermieter einen Brief schreiben, in dem ich ihm die Beschwerde mitteile. Auf den Briefen, die ich den Leuten als Antwortbrief schicke, steht der Name meines verstorbenen Mannes. Dessen Name ist als Hauseigentümer von mir noch immer nicht offiziell gelöscht worden. Eigentlich heiße ich ja immer noch wie er. Nur im Haus, im Haus habe ich wieder den Namen angenommen, mit dem ich geboren worden bin, Uschke.

Detektei Umschau: Ausgerechnet SIE hat die Rothaarige darüber unterrichtet, daß sie bei den drei anderen in der Studentinnenwohngemeinschaft oben im dritten Stock wohnt.

Frau Uschke: Ja, ausgerechnet mich. Ich habe noch am selben Tag einen Brief ausgesetzt. Drei Tage später hatte die Drei-Studentinnen-WG das Schreiben in ihrem Briefkasten. Im Namen des Hausbesitzers und des Vermieters - also dem meines toten Mannes - habe ich darauf hingewiesen, daß ich den drei Studentinnen die Wohnung kündigen könnte, wenn noch jemand in der Wohnung wohnt. Der Vermieter möchte über jeden Bewohner in seinen Wohnungen Bescheid wissen. Schwarz wohnen, ohne Miete zu zahlen, geht nicht.

Detektei Umschau: Ah - ja! Wie ist das jedoch an jenem frühen Morgen mit der Rothaarigen weitergegangen?

Frau Uschke: Ich habe der Rothaarigen weitergeholfen. Sie hat sich immer schwerer auf mich gestützt, und wir sind miteinander ins Haus hinein. Also, obwohl ich droben in der Wohnung Beate Ettnachs geläutet hatte, die Rothaarige meinte, es wäre sicher jemand oben in der Wohnung, hat das gedauert, bis von oben jemand heruntergekommen ist. Die Rothaarige hat sich ans Treppengeländer gelehnt, während sie und ich gewartet haben. Dachte wirklich, kommt keine der Studentinnen runter, ist es so jede Sekunde so weit, ich müßte der stinkenden rothaarigen Giftlerin mit den komischen Spuren getrockneten Blutes im Gesicht tatsächlich noch die Stiegen hochhelfen.

 

 

 

 

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